RAM, Südstaaten und Mittelwesten Teil 3 von Georgia nach Arkansas

Nach einer eher kurzen Nacht reizt es uns, eine Joggingrunde durch das VW-Dorf Helen zu unternehmen. Die Party macht kurz Pause aber man sieht da und dort schon Leute ihre Autos putzen und auch bewegen. Das Frühstück holt sich nicht von alleine bzw. das macht man doch nicht zu Fuss 😉

Bei Tageslicht entdecken wir noch neue Seitenstrassen und dadurch teilweise auch noch weitere spannende Autos.

Den Passat/Quantum sieht man bei uns schon fast gar nicht mehr, in Amerika ist er richtig selten.

Natürlich volle Hütte, sprich Vollausstattung.

Es gibt jeden Tag auch 1-2 stündige Minitreffen zu einem Thema, hier waren es Vintage VW.

Am Schluss sahen wir noch einen Cowboy-Touri-Shop. Das Angebot hat uns aber nicht restlos überzeugt, so sind wir ohne Cowboystuff aber doch mit ein paar T-Shirts wieder weiter.

Wir haben die Gelegenheit hier grossartigen Handel zu machen verstreichen lassen.

Dieser Pickup stand Downtown Helen und gehörte dem Arbeiter dieser Baustelle. Ich habe selten eine so schöne Patina bei einem im Dienst stehenden Pickup gesehen.

Selbst die warnungsbefreite Marlboropackung passte da wie die Faust aufs Auge.

Heute fahren wir vom hügeligen Georgia westwärts und nördlich an Atlanta vorbei via „Amicalola Falls State Park rüber nach Alabama und dort in den „Buck’s Pocket State Park“ und zum Tagesziel Guntersville AL.

Der Amicalola Falls S.P. ist schnell erreicht. Es handelt sich um eine schöne Ansammlung von diversen schmalen aber relativ hohen Wasserfällen eines Baches welcher durch einen schönen Wald fliesst und eben fällt. Vom Parkplatz aus macht man gleich einige Höhenmeter für den „top view point“ aber es lohnt sich.

…und das schöne ist an den meisten State Parks, man geniesst vergleichsweise fast alleine im Gegensatz zu den National Parks.

Zum Abstieg haben wir nicht die direkte Treppe am Fall gewählt sondern einen „scenic byway“ tiefer durch den Wald.

Petrolheads im Grünen 🙂

Der Buck’s Pocket S.P. am Nachmittag in Alabama bietet keine Sensationen sondern einen schönen Wald mit einem Hügel, denn man teils über ein Bachbett erklimmen kann. Sehr empfehlenswert für schöne Wandertouren.

Kleine Kletteraufgaben waren zu bewältigen, was aber durchaus willkommen war.

Am Abend in Guntersville AL fanden wir ein schönes Steakhouse namens Big Mike’s Steakhouse direkt am Wasser. Die Stadt ist spannend mehr oder weniger inmitten des Tennessee Rivers gelegen:

Der nächste Morgen startet erstmal mit einer Sightseeing-Joggingrunde.

Ob schöne LKW…

…oder sich selbst kompostierende Katzen…

…weitere LKW…

…oder zwei wunderschöne Bugs, der Frühsport hatte sich in mehrfacher Hinsicht heute besonders gelohnt.

Wie man hier klein erkennen kann, hatte dieser Händler auch noch einen weiteren Käfer sowie einen Mustang I im Angebot.

Hierdrüber lasse ich den Leser selber urteilen.

Heute geht’s einen Staat weiter westlich nach Mississippi. Aber erst fahren wir etwas südwärts für ein Mustang Museum und besuchen danach den Tombigbee State Park bereits in Mississippi. Gleich nebenan liegt auch Elvis‘ Birthplace in Tupelo, klar dass wir da ebenfalls hinfahren. Die Übernachtung gleich am Mississippi River war so nicht geplant, mehr dazu aber später.

Allen Lesern die mit Ponies aus Blech nicht viel anfangen können, empfehle ich jetzt ca. 20 Bilder weiter zu scrollen. 🙂 Wir haben nach dem Mustangs Owner’s Museum noch das Mustang Museum of America in Odenville AL besucht. Dieses konzentriert sich eher auf „Vintage Cars“ sprich mehrheitlich Generation 1-3.

Tolle Werbung an der Hallenwand die wir bei den herrschenden Temperaturen gut nachvollziehen konnten.

Eventuell wird hier meine Leidenschaft für die in Europa belächelte 3. Generation des Mustangs offenbar. Hier in Amerika sieht das offenbar ganz anders aus.

Aber auch der klassische Mustang I, Traum vieler Amerikaner soll nicht zu kurz kommen.

So viele alte Mustangs auf einem Haufen ergeben spannende Schlüsse; die Generation 1 wuchs zwischen 1964 und 1973 massiv, eine Tendenz die wir heute bei Familienkampfwagen wieder sehen. 🙂

Doppelscheinwerfer waren Ende der 70er und Anfang 80er ganz wichtig um cool zu sein.

Ein Traum meiner Kindheit war immer dieser Pace Car Mustang, er gefällt mir heute noch ausgesprochen gut.

Hier folgt die Sammlung der Mustangs der Schmier (Polente), das Ziel sei es, aus jedem Staat einen Polizei-Mustang zu haben. Es sind schon erstaunlich viele da, allerdings völlig unterschiedlich ausgerüstet. Normale Sitze hinten oder Plastikwanne, Automatik und Schalter, mit und ohne Suchscheinwerfer etc.

Zum Beispiel aus dem Bergstaat Utah…

…oder aus North Carolina, nebendran aus Oregon…

…Nebraska…

…Michigan…

…Georgia…

Meine Mitreisenden haben geduldig auf mich gewartet vor dem New Yorker Pony. Aber woher die Mühle kam, war ihnen mittlerweile egal, Hauptsache der Verrückte taucht irgendwann wieder auf. 😀

Mississippi war übrigens der Staat, der mir auf Nachfrage für Infos keine Mail sondern einen Brief für einen zweistelligen $-Betrag zukommen liess. Ehrensache, dass wir hier dann auch vorbeischauen.

Der Tombigbee State Park war auf jeden Fall schonmal vielversprechend. Ein naturbelassener Wald mit einem sumpfigen und vielarmigen See.

Es war allerdings auch ordentlich warm und feucht, so wie man sich Mississippi auch vorstellt.

Etwas posen darf auch mal sein…

…ebenso etwas körperliche Ertüchtigung. Leiderleider gibt es hiervon kein Lichtbild von den Aktivitäten des Autors, daher zeigen wir nochmals unseren jungen Mitreisenden. 😉

Mit solchen Bildern kommt mir die Erinnerung an den Film Mississippi Burning hoch.

Die Gegend um Elvis’s Geburtshaus hingegen ist wieder gehobener. Für’s Museum waren wir zu spät dran aber auch was es draussen zu sehen gibt, ist einen Abstecher wert.

Meine Begeisterung für tolle Wandbilder ist vermutlich kaum zu verhehlen.

Mit einem solchen Plymouth fuhr Elvis‘ Familie damals von Tupelo nach Memphis auf der Suche nach einem (wirtschaftlich) besseren Leben.

Und das ist das Geburtshaus von Elvis.

Eigentlich hätten wir Lust gehabt, auf dem Land in einer schönen Südstaatenvilla zu nächtigen. Leider war da dann niemand auffindbar. Dafür sahen und erlebten wir die drückende Schwüle Mississippis. Ein weiteres Motel haben wir zwar angeschaut, der zugedröhnte Motelmitarbeiter in Zusammenarbeit mit einem schon länger handwerkerfrei existierenden Gebäude haben uns bewogen, weiter zu fahren. Allerdings ist die Moteldichte im Norden des Staates ausbaufähig. Wir fanden dann ein gutes Angebot direkt am gleichnamigen Fluss an der Grenze zu Arkansas; ein Casino mit Hotel.

Gegessen haben wir schon auf dem (recht einsamen) Weg dorthin, einen Absacker nahmen wir aber noch im Casino. Das Ganze war aber eher weniger motivierend zum Spielen. Vielleicht lag es an den eher süchtigen Besuchern, vielleicht fehlt mir auch ein Spielgen.

Die übliche Joggingrunde fällt heute etwas dürftig aus. Ein freundlicher Gärtner teilt uns mit, dass das Management keine Freude hätte, wenn die Leute hinter dem Hotel durchgehen. So machen wir halt eine erweiterte Parkplatzrunde und erkunden die Brücke über den Mississippi, die wir danach befahren werden.

Es herrschte reger Spazierverkehr.

Heute ist der kleine Staat Arkansas das Tagesziel. Dieser Staat reizt mich schon lange, ich wusste jahrelang nur, dass Bill Clinton von hier aus der Stadt mit dem lustigen Namen Little Rock stammt. Das Ozark Plateau ist das unbekannte dritte (kleine) Gebirge Amerikas, bietet aber viele kleine und kurvige Strassen. Das hat mich im Vorfeld gereizt und meine Mitreisenden waren schnell überzeugt. Übrigens (das war mich auch neu) zählt man AR auch zu den Südstaaten.

Wir fahren heute in den Hot Springs National Park und danach weiter ins Gebirge und werden dort eine Übernachtungsmöglichkeit suchen.

Natur gibt’s tatsächlich viel zu sehen hier!

Schdiev* unser Brückenfahrer (habe ich im Nachhinein festgestellt, ist in Teil 1 auch auf dem Chesapeak Bay-Bridge-Tunnel zu sehen) 🙂

*heisst eigentlich Steffen bzw. Steve, hört sich bei den Schwaben auf schwenglisch aber so an wie oben geschrieben, erinnert den Leser vielleicht an den Bulova aus Folge 2.

Was wir gleich klarstellen müssen, das erste Kaff in AR ist sehenswert aber eine ziemliche Ruine. Helena ist aber nicht repräsentativ für den restlichen Staat der zu den gut gepflegten gehört.

 

US Züge faszinieren mich immer wieder wie schon in Teil 1. Da hier gleich ein Rangierbahnhof war, mussten die Mitreisenden mit mir warten, bis der nächste Zug auftaucht.

Die Ortschaft heisst übrigens Stuttgart, das ist unweit von Ulm, denke das wissen die Schwaben unter uns ja 😉

Mit dem Dodge zum Dodge’s… nein stimmt nicht aber das Foto hatte sich aufgedrängt. Wir waren in einer Smoothie Bar, die Cupholder wollten gefüllt werden.

Unterwegs fanden wir diesen gemütlichen kleinen Fluss für eine Pause.

Einige Reiseteilnehmer nutzen die Pause für eine Erkundungstour, andere wiederum nutzten den Vorteil eines Pickups und verarbeiteten den gestrigen Abend…

So etwas wie diesen Caddy habe ich noch nicht erlebt. Das war in meiner „Karriere“ der krasseste Hipfhüpf-Vertreter. Natürlich Airride Fahrwerk, Bevölkerungsgruppenzugehörigkeit wie erwartet aber mit einem Bass… da hat nicht nur das Nummerschild mitgetanzt. 🙂

Unsere „Tagesattraktion“ ist der Hot Springs National Park bei der gleichnamigen Stadt. Bei den warmen Temperaturen verzichten wir auf den Besuch des Badetempels, sondern befahren den Scenic Drive der am Stadtrand beginnt. Auf halber Höhe parken wir unser Auto und erklimmen den Rest des Hügels zu Fuss. Der Park ist übrigens viel kleiner als die anderen National Parks, ich stufe ihn aber durchaus als sehenswert ein. Die Wanderung hoch bietet einen spannenden Mischwald inklusive Spuren eines Waldbrandes vor längerer Zeit. Dazu kann der historische Turm auf der Spitze auf Wunsch statt mit dem Lift auch draussen auf einer Treppe schön im Wind erklommen werden. Das macht richtig Spass!

Aussicht auf die Kleinstadt Hot Springs, auch hier warm und feucht aber dank der Bewölkung keine drückende Sonne.

Die Wandervögel auf dem Aussichtsturm.

Die Stadt selber haben wir Landeier nicht gross erkundet, sie scheint aber zu den touristischeren zu gehören.

Wir beschliessen aus der Stadt rauszufahren aber relativ bald ein Motel zu suchen und von dort nochmals eine kleine Wanderung zu unternehmen. In Mount Ida finden wir das kleine aber saubere Motel Royal Oak. Nach einer kleinen Stärkung erkunden wir die Umgebung. Dank des Apps „AllTrails“ findet man zuverlässig gute Routen. (ich verdiene nichts daran, leider) 🙂

Diese hübschen Plüschtiere sind für meine Mädchen gedacht, dienten hier aber als praktische Deko des Wildwest-Zimmers.

Unsere Rundwanderung bestand aus einer Ringstrasse bzw. war es eher ein Weg der sowohl die Schule wie auch diverse Anwesen verband und rund um einen Weiher führte, ideal zum Hungerholen.

Der Autor dieser Zeilen machte noch Werbung für den Jugo, the worst car ever sold in the US.

Mir gefällt Arkansas echt gut, falls das dem Leser noch nicht aufgefallen ist. 😉

Ich verstehe nichts von Blumen, schaue sie mir aber gerne an. Speziell Wegrand-Blumen (sagt man das so?) haben es mir angetan.

Die Einfahrt unseres Motels ist passend gestaltet.

Der bewegungsfreudige Teil der Gruppe legte den Weg zum Restaurant zu Fuss zurück. Unterwegs fanden wir noch diesen Buick Straigth Eigth, der hoffnungsvoll auf einen Retter wartet.

Mal wieder etwas für die Mustangfraktion…

Unsere mexikanische Beiz war stilvoll dekoriert. Die grosse Speisekarte überforderte uns etwas beim Aussuchen, das Studium der Karte hatte sich aber gelohnt, es war richtig gut.

Abends gab es vor dem Motel noch einen Tennessee-Tea* zusammen mit unserem sehr sympathischen Nachbarpärchen. Hobbyarchäologen, Oldtimersammler und Texaner, das gab viel Gesprächsstoff. Er fand es unglaublich, einen Valiantfahrer aus old europe zu treffen. Prompt hatte ich sein Natel in der Hand und sprach mit seinem Kumpel der ebenfalls Valiant fährt. 🙂

*da Getränke, die redselig machen, in der Öffentlichkeit nicht erlaubt sind, behelfen wir uns der Teetassen.

Folge 4 wird uns nach Oklahoma, Kansas und Missouri führen; demnächst auf diesem Kanal.

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