Mike Hügi – Corvette-Fahrer aus Leidenschaft

Mike lernte ich auf einer meiner Saisonbegrüssungsfahrten kennen. Nach Gesprächen und Mails reifte die Idee, auch mal wieder einen Artikel über einen Fahrer als nur über Autos zu schreiben.

Mike und seine Partnerin Manuela fahren je eine Corvette, er mag es älter mit der C3, sie bevorzugt die modernere C4. Sie sind ein vielseitiges Paar, neben den Autos interessieren sie sich fürs Reisen, für guten Whisky wie auch für Selbstgebranntes. Beide lieben den Schiessport und Mike nimmt auch noch Gitarrenunterricht, damit er mit den gesammelten Instrumenten auch wirklich etwas anfangen kann.

Doch lassen wir ihn nun erzählen, wie er überhaupt zum amerikanischen Sportwagen kam:

Wie bin ich zu meiner Corvette C3 L-82 von 1980 gekommen

Kleine Vorgeschichte

Als ich 1999 mit dem Motorradfahren aufgehört hatte gab es für mich zu dem Zeitpunkt nur einen US-Car den ich wirklich wollte. Das war damals ein 1981er Black Special Edition Trans Am «Bandit 2». Allerdings wurde es dann einer mit dem 5 Liter Motor (150 PS) und 4 Gang Handschaltung. Damals war mir nicht bewusst was ich da eigentlich gekauft hatte, aber als ich ihn dann 8 Jahre später verkauft habe ging alles ganz schnell. Der Grund war wohl da diese Variante gerade mal 2200 mal mit den Turbofelgen verkauft wurde.

Der Wunsch nach einer Corvette wurde immer grösser, so machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Fahrzeug für mich und mein Budget.Chrombumper (Anmerkung der Red. Chromstosstangen) wären schön gewesen, das liess aber mein Budget nicht zu, also suchte ich eine «Softnose» (Anmerkung der Red. Kunststoffront).Natürlich habe ich Autoscout durchstöbert und einige C3 angeschaut und auch teilweise gefahren.

Bei der Einen in Basel stieg der Verkäufer mit einer brennenden Zigarette aus dem Auto aus, damit war das für mich schon gegessen, besonders da sie optisch ein paar Mängel hatte und der rauchende Verkäufer nicht vom Preis runter wollte.

Eine andere durfte ich nicht mal selber fahren, sondern nur als Beifahrer mitfahren. Der Verkäufer meinte, wenn ich sie heute nicht kaufe, würde er den Preis am nächsten Tag hochsetzen. Nun, auch diese habe ich dann nicht gekauft und machte mich weiter auf die Suche im Internet.

Nach etlichen Anläufen fand ich die blaue Corvette, welche ich jetzt habe. Allerdings sah es auf den Fotos so aus als wäre das Interieur schwarz, aber der Verkäufer versicherte mir, es sei dunkelblau.Ganz ehrlich, ich konnte mir die Farbkombi nicht vorstellen.Trotzdem habe ich ihn angerufen und wollte einen Termin für die Besichtigung mit einer allfälligen Probefahrt fixieren.Er schlug mir dann einen Termin vor, bei welchem noch weitere Interessenten kommen würde. Leider ging es mir genau an jenem Samstag nicht. Also sagte ich ihm, wenn er sie nach dem Wochenende noch hat, würde ich sie wirklich gerne anschauen.

Das Wochenende ging vorbei und die Corvette war noch im Internet drin. Also habe ich wieder den Verkäufer kontaktiert und endlich einen passenden Termin für Besichtigung und Probefahrt vereinbart. Als ich dann in Adliswil ankam, stand sie da in ihrem hellblauen Mantel.

Die Felgen waren auch nach meinem Geschmack, es ging auf eine Probefahrt und was soll ich sagen, ich war hin und weg. Allerdings stellte ich da schon einige Sachen fest die gemacht werden mussten. Der Scheibenwischer-Drehknopf fehlte und der Wählhebel der Heizung war abgebrochen, sonst sah sie im Innenraum gut aus. Von aussen konnten keine nennenswerten Schäden festgestellt werden. Nach kurzer Verhandlung mit dem Verkäufer wurde ein Preis und mit einer Flasche Whisky obendrauf der Kaufvertrag besiegelt. Eine Woche später holte ich sie dann ab und sie war von da weg meine Corvette, das war 2008.

Seither steckt mehr als der Kaufpreis nochmals drin, bis sie jetzt so da steht wie ich sie haben wollte. Äusserlich hat sich eigentlich nichts geändert. Innendrin und untenrum aber schon. Als erstes war dann bald mal eine neue Hinterachse fällig, da so ziemlich alles am A….. war was nur kaputt sein konnte. Die Reifen liefen auf der Innenseite schon auf dem Drahtgewebe, was ich aber beim Kauf nicht gesehen hatte. Also erst mal ein paar Tausender in eine «neue» Hinterachse gesteckt. Bald darauf kamen neue Endtöpfe drunter, da mir die «Alten» zu leise waren. Nun brummt sie mit Flowmaster 40er Serie. Der Sound passt nun zum Auto.

Dann die Geschichte mit dem Motor. 5 Liter Motorenöl auf 1000 Km (kein Witz) war dann doch etwas zu viel. Nach einer schiefgegangenen Motorenrevision in einer Werkstatt, hatte dann der Motor 1500 Kilometer später einen Klemmer. 3 Jahre später nach langer Gerichtsverhandlung wurde dann ein neuer Motor eingesetzt. Dabei wurde gleichzeitig ein neuer Edelbrock 1406 Vergaser mit Edelbrock Spinne verbaut. Leider stellte der Motor danach im warmen Zustand immer wieder ab. So wurde ein Spacer zwischen Vergaser und Spinne montiert und von da weg lief alles bestens. Leider ging aber durch die höhere Position des Vergasers der originale Luftfilter nicht mehr drauf und es wurde ein offener Luftfilter montiert. Somit schloss sich auch die Motorhaube wieder ohne Probleme.

Im April 2017 wurden die Bremsen und deren Leitungen neu gemacht und im Mai 2018 kam die Corvette ohne Beanstandung durch die MFK! Nun liegt noch ein neuer Alukühler in der Garage der irgendwann verbaut wird, aber das wird wieder ein Winterprojekt geben. Kurz gesagt, den Kauf der Corvette hatte ich zwischenzeitlich mal bereut. Ich wollte sie nach dem Vorfall mit dem Motor gar schon verkaufen. Heute bin ich froh, es nicht gemacht zu haben, denn sie ist jetzt so wie ich sie haben möchte: Technisch auf gutem Stand und optisch nur mit ein paar kleinen Macken im Lack.

Zum Glück habe ich eine Partnerin die mittlerweile mein Hobby mit mir teilt und selber stolze Besitzerin einer 92er LT1 Cabrio ist.

Mike organisiert regelmässig auch Corvette-Ausfahrten, klein aber fein. Das heisst, begrenzte Teilnehmerzahl, dafür maximalen Fahrspass.

Technische Daten Corvette C3

Hersteller:                           Chevrolet

Modell:                                Corvette C3

Jahrgang:                            1980

Aussenfarbe:                     Hellblau Metallic

Innenfarbe:                        Dunkelblau

Motor:                                 350 cui high performance mit 290 PS (5.7l)

Bereifung:                          255/60/15 vorne und hinten

Besonderes:                      Edelbrock 1406 Vergaser, Edelbrock Spinne, Cragar Felgen,

Autoteppiche Mike Style 😊, Glas T-Tops.

Was noch zu tun ist:        Strom vom Zigarettenanzünder fehlt noch.

Schlusswort zu Oldtimerkäufen

Es gilt eigentlich für jeden Oldtimer das Gleiche:

Entweder man kauft günstig und hängt ne Menge rein, oder man kauft von Anfang an teuer und hat «mehr» Sicherheit das alles gemacht ist. Das kann aber auch ein Trugschluss sein, denn nicht alles was glänzt ist Gold.

Für mich gibt es daher nur eine Variante. Günstig kaufen «kein Schrott» und das ganze so aufbauen und machen oder machen lassen wie man es haben möchte denn: «Am Ende sind die Schmerzen dieselben»

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.