Mein schönstes Urlaubserlebnis – Der Mietwagen

Ferienzeit ist Mietwagenzeit. Wer nicht gerade mit dem eigenen Fahrzeug die schönsten Wochen des Jahres verbringt oder sich in einer Ferienanlage durchbrutzeln lässt, greift gerne auf einen Mietwagen zur individuellen Mobilität zurück. Heute soll es nicht um den Service der Vermieter gehen, sondern lediglich um die Mietautos selbst.

Meistens ist es doch eine Lotterie welchen Wagen man erhält und so auch immer spannend mal einen Wagen zu fahren, der bislang nicht das große Interesse hervorgerufen hat. Kommen Sie mit, bitte einsteigen.

 

2008 und 2016 Dodge Durango

Über den Durango habe ich in einem älteren Beitrag bereits einiges verloren. Dennoch möchte ich nochmal erwähnen, dass zwischen den beiden Generationen wirklich Welten liegen. Merkte man dem 2008er Modell noch seine grobschlächtige Abstammung von einem Pick-Up an, so fuhr sich das 2016er Modell wie in einer anderen Liga. Vom Innenraum ganz zu schweigen.

Richtig schlecht war der ältere der beiden Mietwagen natürlich auch nicht. Platz für vier Personen mit üppigem Gepäck bot er genauso wie eine matschige 3-Gang Automatik mit zwei Overdrive-Stufen. Diese wurden jedoch bei den geringsten Steigungen bereits wieder „abgeworfen“ da der 4,7l V8 einfach zu wenig Kraft hatte. Es bleibt aber zu bezweifeln, dass die damaligen Alternativen Chevrolet Tahoe oder Ford Expedition antriebsseitig wirklich besseres zu bieten hatten.

2008 Dodge Durango

Wasserspielchen

Gern gesehener Gast beim Tankwart

2016 Dodge Durango

 

2013 Renault Twingo

Beim Buchen der kleinsten Mietwagenkategorie bleibt manchmal das schlechte Gefühl einen ausgenudelten Kleinwagen zu erhalten. Ganz anders vor einigen Jahren in Frankreich. Vor Ort ein französisches Auto zu fahren gehört einfach zum Urlaubsgefühl und „savoir vivre“ dazu. Wenn der Mietwagen dann bei der Übernahme noch nicht einmal 1.000km auf dem Zähler stehen hat und das Gefühl aufkommt einen unverbrauchten Neuwagen zu fahren, dann ist alles richtig gelaufen.

Auch für zwei Personen mit üppigem Gepäck reichte der Twingo der zweiten Generation vollkommen aus. Der Innenraum war angenehm gestaltet ohne gleich – wie es heute bei verschiedenen Kleinstwagen scheint – in einen Farbtopf gefallen zu sein. Immerhin im fast Neuzustand machte das ganze Fahrzeug einen gelungenen und überraschend wertigen Eindruck. Komplettiert wurde das Ganze von einem knackig kurzen 5-Gang Getriebe, welches für uns perfekt passte um einige Passstraßen in den Pyrenäen unter die Räder zu nehmen. Bei Autobahntempo hätten wir uns einen 6. Gang gewünscht. Aber für einen kleinen Stadtflitzer war das Drehzahlniveau vertretbar.

Minimalistisches Kombiinstrument, mittig platziert aber sehr gut ablesbar

Schönes Ferienhaus im „Parc national des Pyrénées“

 

2014 Chevrolet Spark

Der aufmerksame Leser wird sich Fragen: „Chevrolet? 2014?“ Ja, bis Ende 2015 gab es die Marke tatsächlich noch in Deutschland und einigen anderen Ländern Europas. Angemietet wurde der Wagen in Kroatien und er konnte die hohen Erwartungen aus dem Vorjahr, in dem der Renault die Messlatte ziemlich weit nach oben gelegt hat, nicht wirklich erfüllen. Eigentlich ist der Spark ein Daewoo und das merkten wir leider schnell. Nicht, das defekte Rücklicht war schuld am schlechten Eindruck. Gegenüber dem Renault konnte der Chevrolet einfach nichts besser. Billiges Plastik-Interieur, rumpeliges Fahrwerk, schlapper Motor und einfach eine fehlende Liebe bei Detaillösungen erweckten schnell den Eindruck des Billigheimers. Das war er auch wirklich, muss ich zur Ehrenrettung festhalten. Weniger als 100€ für sieben Tage inklusive Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung waren schon ein Wort! Lieber Spark, wir vermissen dich nicht – es gibt pfiffigere Kleinwagen als dich. Daher gibt es auch kein Foto von dem Wagen von außen.

Speckiges Platikinterieur

 

2009 VW Beetle

Noch lange vor dem Dieselskandal hatte der TDI einen ausgezeichneten Ruf. Auch wenn man als Mieter selten zwischen Diesel und Benziner wählen kann, hatten wir das Glück einen kräftigen 1,9l TDI im Beetle zu bekommen. Eigentlich hatte ich den Beetle immer für ein etwas missglücktes Retro-Experiment gehalten. Aber ein Mietwagen bietet ja auch die Chance ein Modell besser kennen zu lernen und seine Meinung zu revidieren. Da der erste (New) Bettle eigentlich ein umgemodelter Golf IV war, konnte er eigentlich auch alles, was sein Pendant gut konnte. Bemerkenswert war tatsächlich das überaus großzügige Raumgefühl auf den vorderen beiden Plätzen. Durch das gewölbte Dach, wäre ein Beetle das ideale Auto für Fahrer mit einem Zylinder. Wer aber trägt heute noch einen Hut beim Autofahren?

Typisch VW, unaufgeregt aber solide

 

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Mietwagen gemacht? Welcher hat überrascht, welcher hat enttäuscht?

6 Gedanken zu “Mein schönstes Urlaubserlebnis – Der Mietwagen

  1. Man kann nicht immer so ein Glück haben, wie der Herr dort in der Werbung:

    Bereits 1990 sorgte diese Art von Werbung für einen Aufschrei der Empörung. So etwas sollte man heute mal versuchen…

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  2. Ist schon ewig her, aber als ich (noch Jugendlich) und meine Mutter auch mal auf Gran Canaria waren, mieten wir einen Fiat Punto, damals noch so eckig wie der kleinere Panda und mit dem praktischen Aschenbecher zum Hin- und Herschieben am Amaturenbrett. Jedenfalls haben wir uns göttlich verfranzt und sind ewig auf einer Schotterpiste in den Bergen herumgekurvt (Navi gabs in Form von schlechten Karten), bis plötzlich mitten im Nirgendwo ein Durchfahrtverbotsschild stand und der Weg endete. Ich glaub, von dem Schild müsste ich noch ein Foto haben. Also den Weg wieder zurück geholpert und weils schon später Nachmittag war, dieses Mal etwas schneller. Als wir den Fiat wieder abgegeben haben, rappelte wirklich alles an dem Auto und der Aschenbecher rutschte in jeder Kurve von alleine hin und her.

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    • Daher fährst Du nun Chevy, die sind massiver gebaut 🙂
      Ich habe aber auch noch Erinnerungen an einen Fiat Uno (ev. Diesel?) in Tunesien ca. 1990, davon gibt’s sogar noch Filmaufnahmen wie ihn mein Vater kritisch beäugt. Das Teil stand schon bei der Übernahme windschief da. :-))

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  3. Naja, die Zeiten sind zum Glück vorbei als man in Südeuropa regelmäßig wirklich fertige Kleinstwagen mit platten Reifen und matschigen Bremsen bekommen hat… hoffe ich zumindest. 😉

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  4. Mein Top-Flop bis heute: Kleinwagen auf GranCanaria, die Rückbank entwendet, das Pedal bis in den Sand durchgedrückt, … kein schöner Anblick und auch kein angenehmes Reisegefühl – ach aber auch überlebt 🙂

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