Stefan H. (48) Prokurist aus München – passionierter Lebensgeniesser (und Playboy Leser)

Die Lektüre eines Playboy-Magazins aus Mitte der Siebziger verleitete meine Gedanken in eine tolle, längst vergangene Zeit. Stefan H. ein Prokurist aus München ist unsere Hauptfigur. Gut verdienend, Einfamilienhausbesitzer in einem neu gebauten Villenviertel vor den Toren der Stadt, geschieden wie es seit neuem dem Zeitgeist entspricht, geniesst er das Leben. Kommen Sie mit auf einen kleinen Ausflug ins „damals“? Sie sollten hierfür die Lautsprecher einschalten, wir untermalen diesen Artikel mit Musik wenn Sie möchten: Torneró von „i santo california“. Ein Drink und eine Zigarre könnten gute Begleiter sein durch diese Gedankenreise.

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Stefan H. ist soeben nach Hause gekommen. Nach Feierabend kehrte er auf dem Heimweg noch auf ein Glas Bier und einen Korn in sein Stammlokal ein. Nun geniesst er nach dem Abendessen seinen Asbach Uralt und studiert den Playboy. Um jugendfrei zu bleiben, begleiten wir ihn nur beim Betrachten der Werbungen und stellen uns vor, wie er in seinem grosszügigen Wohnzimmer mit dunkler Täferdecke und dunkeln, schweren Möbeln sitzt und – wie wir –  Musik hört.

Prost!

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Welcher Wagen passt den am besten zu unserem Stefan H.? Der oben gezeigte Commodore? Oder doch eher ein Admiral? Er möchte damit genauso nebem dem 280SE 3.5 des Herrn Direktor parken können, wie aber auch eine gute Figur vor dem Dancing abgeben. Er fährt öfters am Wochenende an den Starnberger See oder nach Garmisch zum Skilaufen – je nach Saison. Im Sommer gehts entweder an die Côte d’Azur oder nach Jugoslawien, der Wagen muss also auch langstreckentauglich sein.

Oder wie wärs mit España?

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Die Fahrzeuge der Fa. Adam Opel AG würden auf jeden Fall genug Platz und Komfort bieten. Dazu ist die Abstufung zum Kraftwagen des Herrn Direktor angemessen. Aber das Angebot ist ja noch reichhaltiger, welches man einem klassischen Playboy-Leser zumuten möchte.

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Hier gehts zur musikalischen Fortsetzung

Oder wie wäre es mit einem Produkt der Audi NSU AG? Die Firma ist zwar erst so richtig am Kommen, ein grosser Opel gibt vielleicht mehr Renommée. Aber so ein Audi 100 GL als Zweitürer macht doch auch schon etwas her?

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Hier noch der Viertürer aus einem anderen, früheren Jahrgang.

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Keine einfache Frage, welcher Wagen jetzt am besten passt und wir sind noch nicht mal durch das ganze Angebot durch. Aber nun ist das Glas leer, wollen Sie auch etwas trinken?

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Santé!

Nun aber weiter im Programm, wie wäre es denn mit einem BMW? Schliesslich werden diese ebenfalls in der Landeshauptstadt des Freistaates hergestellt. Ihr dynamischer Auftritt würde doch, um die Werbung zu zitieren, vorzüglich zu unserem Prokuristen passen?

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Oder gleich eine Nummer grösser?

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Na, der Titel verspricht ja schon einiges…

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Der 2500 wäre sicher am vernünftigsten… und dazu musikalischen Nachschub.

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Der Eindruck täuscht nicht, BMW fuhr eine ziemliche Werbeoffensive im Playboy.

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Nun gut, die BMWs haben wir uns nun genug betrachtet und das Lied ist vielleicht schon fertig?  Stefan H. wäre auch dem guten Stern auf allen Strassen nicht abgeneigt. Schliesslich fuhr sein Vater schon vor 40 Jahren mit einem Daimler durch Königsberg und auch der Herr Direktor ist des Lobes voll über seinen doch schon 4-jährigen Mercedes. Nur das mit dem Barzahlen wird dann schwierig, schliesslich wäre der Traumstern doch preislich etwas höher angesiedelt als die meisten hier gezeigten Modelle. Aber immer in Rufweite hinter der aktuellen Mode zu sein, hätte auch einen dauerhaften Wert.

Ein 450SE muss es ja nicht sein, ein 350SE würde auch schon einen prestigeträchtigen V8 beherbergen.

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Nun das gibt aber Durst nicht?

Cheers!

Das bringt mich drauf, wie wärs den mit einem Amerikaner? Nein, das verschieben wir auf die nächste Folge, welche auf einem amerikanischen Playboy der 70er basiert.

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Welcher Wagen passt zu Stefan H.? Und welche Musik würde für Sie zur Situation passen? Sie dürfen gerne Youtube-Videos in Ihren Kommentar einfügen.

 

Wie kommt ein Autor auf solch schwachsinnige (?) Ideen? 🙂

Inspiriert haben mich die frühen Folgen von „Derrick“, einige Gedanken dazu:

  • Meistens ermittelt der Herr Oberinspektor im Dunstkreis der besseren Gesellschaft Münchens in den siebziger Jahren.
  • Das Familienoberhaupt fragt nach einem Mord im eigenen Hause hier nicht die Polizei direkt „was wollen Sie von meiner Tochter?“. Nein, er macht den feinen stilistischen Umweg und fragt die Tochter im Beisein der Polizei „was will man von Dir?“ 🙂
  • Dass Harry immer den Wagen holen sollte, kann als bekannt vorausgesetzt werden. Sein Wegfahren mit den Dienst-BMWs ist der Inbegriff des fast vergessen Wortes „Kavalierstart“. Denn sanft konnte der Kavalier Harry Klein nie losfahren.

Falls Sie Lust auf Derrick und BMW bekommen haben: Der Tag nach dem Mord. Der Anfang mit der Verkehrsansage ist schon alleine sehen- und vor allem hörenswert. Ebenfalls ein Hit mit Curd Jürgens: Madeira. Oder für Jaguarfans, Paddenberg; für Opelfans speziell der KAD-Reihe, Tod der Kolibris. Und ebenfalls für KAD-Fans die Folge von der Alte „Gemischtes Doppel“ speziell ab Minute 26:20 und ab 27:20 inklusive dem Lied „eye of the tiger“, genial! 🙂 Viel Spass!

 

2 Gedanken zu “Stefan H. (48) Prokurist aus München – passionierter Lebensgeniesser (und Playboy Leser)

  1. Guter Artikel, gefällt mir! Natürlich stellen sich mir einige Folgefragen… Wie kommt denn der Autor dazu, eines Playboy aus den Siebzigern habhaft zu werden und diesen zu studieren? Aus heutiger Sicht, vermute ich mal, lassen einen die Abbildungen mit anatomischen Merkmalen weiblicher Körper wohl eher kühl. Wie mag das dem Abteilungsleiter seinerzeit ergangen sein? Hat der wirklich den Fokus auf die Inserate gelegt? Aber das überlieferte Bonmot besagt ja auch, man(n) habe den Playboy aufgrund der interessanten Artikel gelesen – yeah, right!
    Haben die in der Ausgabe ausschliesslich Autos deutscher Hersteller beworben? Das angeschnittene Thema, welches denn auf dem Firmenparkplatz das adäquate Vehikel ist, treibt wohl auch heute noch den Einen oder Anderen um…
    Frohe Ostern!

    Gefällt mir

    • danke 🙂
      Der Spieljunge ist mir bei einer Hausräumung in die Finger geraten. 🙂
      Ich glaube kaum, dass der Prokurist beim ersten Durchblättern den Annoncen irgend eine Beachtung schenkte. Eher später dann, als die ähm anderen Inhalte genug betrachtet wurden 🙂
      Ja, in dieser Folge waren ausschliesslich Kraftfahrzeuge deutscher Produktion vertreten. Die Variante aus USA folgt.

      Gefällt 1 Person

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