Ford Mustang I – wie fährt sich die Legende?

Nachdem autosleben bereits den Mustang III und ein Exemplar des Modelljahres 2015 getestet hat, bekam der Autor nun die Gelegenheit, das Original zu fahren; einen ’67er Mustang I V8.

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Den Fahrer erwartet eine übersichtliche und erstaunlich kompakte Karosserie. Eine nüchterne, aber korrekte Beschreibung, etwas emotionaler darf es hier aber sein: Die Form, die Details, die Erscheinung, ein absoluter Traumwagen nicht nur der Beach Boys and Girls drüben in Amerika. Auch hier in Europa ist er dank seiner überschaubaren Ausmasse ein alltagstauglicher Oldie. Im Innenraum erwarten ein bequemer Sitz und liebevoll gestaltete Instrumente den Fahrer. Diese Detailverliebtheit fehlt den nachfolgenden Mustang-Generationen, erst die Modelle ab der fünften Generation beziehen sich in Ansätzen wieder an den grossartig gestalteten Mustang I. Insofern kann man den Hype welcher schon seit einigen Jahren die erste Generation des Ponys erfasst hat, gut nachvollziehen. In gewissen „gesellschaftlichen“ Kreisen wie den Hipstern mag es trendy sein, dieses Modell zu fahren. Wer sich damit nicht identifizieren möchte und nur deshalb einen Bogen um den Stang number one macht, verpasst etwas.

Die Grössenunterschiede zu den gewachsenen Pony Cars der siebziger Jahre sind nicht zu unterschätzen. Hier als Beispiel ein ’75er Pontiac Firebird. Auch die späten Mustang I Modelle ab 1969-73 sind deutlich grösser -> vor einem allfälligen Kauf die eigene Garage ausmessen! Ein Mustang I bis 1968 hingegen passt in fast jede europäische Normgarage.

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So baut man übersichtliche Autos mit sinnvollen Detaillösungen wie robustem Kunstleder und Ausstellfenstern zur sanften Belüftung. Optional bestellt wurde hier ein rechter Aussenspiegel und die Mittelkonsole welche sich zwischen den vorderen Sitzen nach hinten zieht.

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Der Motor startet gefühlt auf die erste Umdrehung und blubbert gemütlich im Stand vor sich hin. Die Automatik ist, wie man es von amerikanischen Autos erwartet, sie reagiert fein dosierbar und schaltet schnell in den grössten Gang. Auch schnelle Zwischenspurts sind mit ihr kein Thema, da waren die Europäer in dem Thema damas deutlich hinten nach. Einzig die Lenkung, welche ab 50mph laufend leichte Korrekturen verlangt und die recht giftigen Trommelbremsen erinnern den Fahrer, dass sein Fahrzeug schon vor über 50 Jahren entwickelt wurde.

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Ist diese Front nicht ein Traum?

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Kann man dieses Heck schöner bauen? Nein, nach jahrzehntelangen, erfolglosen Versuchen baut man nun wieder die drei Leuchten pro Seite ein.

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Fazit: Auch wenn der Mustang I aktuell ein Trendauto ist, man stellt sich damit ein verdammt schönes Häufchen Blech vors Haus. Dank einfacher Technik und gut verfügbarer Ersatzteile ist der Abenteuerfaktor überschaubar. Nicht umsonst haben schon 1-2 Generationen vor uns damals davon geträumt. Und zumindest in der Amerika sehr zugewandten Schweiz wurde der Traum damals auch öfters erfüllt. In Deutschland verkaufte Neuwagen mussten übrigens T5 genannt werden, da der Name Mustang bereits von Kreidler reserviert war.

 

 

4 Gedanken zu “Ford Mustang I – wie fährt sich die Legende?

  1. Hallo. Warum bummelt ihr denn nur herum mit den Autos? Wenn die Autos gut in Schuss sind, Dann kann man auf Deutschen Autobahnen das Pony auch galoppieren lassen! Vom Mustang-Treffen Sinsheim zurück in die Schweiz bin ich zwischendurch auch ein paar Minuten mit 180km/h gefahren, zeitweise mit 160km/h und normales Reisetempo 140km/h. Problemlos mit meinem 1969er Mach1…

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    • Hoi Urs

      Da hast Du grundsätzlich recht, Autos sind zum Fahren da! Ich halte mich einfach betreffend Fahrwerksauslegung (55mph…) etwas zurück. Dazu habe ich Bedenken, wie lange das mit der ATF-Kühlung gut geht bei so hohen Tempi. Vielleicht weisst Du da mehr?

      Hast Du per Zufall den schwarzen Cobra gekauft, der öfters mal inseriert war? War ein schönes Auto, hab da auch mal eine Probefahrt gemacht. Leider noch vor Blogzeiten, daher kein Bericht. Hier aber noch was zum Fox Body: https://autosleben.com/2015/01/28/einmal-ford-mustang-fahren-das-wars/

      Grüsse

      Marc

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  2. guten Morgen !

    Das gleiche Abenteuer durfte ich gestern mit einer Fahrt
    vom Starnberger See bis nach Adliswil bei Zürich erleben – rund 400km
    am Stück mit einem candyapple roten 67er Modell. Besitze dieses Modell
    seit rund 10 Jahren aber habe es noch nie für eine längere Strecke
    verwendet.

    Meine Reisegeschwindigkeit lag bei etwa 110 – da dreht der Motor
    noch nicht zu hoch und lt. Datenblatt hat mein californisches Modell
    eine recht kurze Hinterachsübersetzung.

    Die spurtreue um die Mittellage ist etwas gefühllos wie im Artikel
    beschrieben – wenn das serienmäßig ist dann brauche ich die
    servoLenkung nicht nachstellen.

    Freue mich schon auf morgen um 11…da treffe ich mich mit einem
    Freund im Albishaus zum Frühstück – danach werden wir etwas
    durch die Schweizer Berge cruisen.

    happyday – werde bei „Blechtraum Garage“ bei Facebook ein paar
    Fotos von gestern hochladen und ….nach 400km mit dem altenMustang
    habe ich jedenfalls geschlafen wie ein Stein…dieser Ritt und diese
    Vibrationen waren doch anstrengend …würde mal sagen der alte
    Mustang ist wie eine Harley Davidson auf vier Rädern.

    Cheers

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    • Grüezi i de Schwiz in dem Falle 🙂

      Ich fahre selbst einen Firebird von 1975 und mache das ähnlich, so 65mph sind angenehm für Fahrer und Maschine. Das mit der Spurtreue ist glaube ich für die sechziger Jahre normal. Beim 75er Pontiac merkt man meines Erachtens den Fortschritt diesbezüglich.

      Ich hoffe, Du konntest das Berge cruisen geniessen?

      Enjoy your Weekend in Switzerland!

      Marc

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