Audi Cabriolet – bequem und günstig offen fahren

Heute gibt es diverse offene Audis. Gefühlt wird alle paar Monate einem weiteren böse kuckendem Nischenmodell das Dach abgeflext. DAS Cabriolet von Audi gibt es nicht. Oder doch? Früher in den 90er Jahren brachte Audi mit dem schlicht „Cabriolet“ genannten offenen Viersitzer ein vielfältig einsetzbares Auto. Nicht overdressed auf dem Mitarbeiterparkplatz und in St. Tropez oder Sylt muss man sich nicht schämen.

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Warum vielfältig einsetzbar? Das Audi Cabriolet gehörte zu den ersten offenen Autos, welche man bedenkenlos im Winter fahren konnte. Es ist dicht und dank Vollverzinkung optimal gegen Ausbreitungen der braunen Pest vorbereitet. Ebenso waren Autobahnfahrten bei geschlossenem Dach keine Ohrenqual mehr. Die Verarbeitung stammt aus Audis Höhenflug der 90er Jahre. Klar, mit heutigen Masstäben gemessen, ist das Cabriolet nicht gleich steif wie es heutige offene „Rennwagen“ sind. Aber dieses Cabriolet möchte auch eher zum Cruisen, als zum Rasen einladen.

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Dazu passen auch die Motoren; Am Anfang gab es am unteren Ende einen 2.0E mit 115 PS. Später im Basisangebot war ein 1.8l Vierzylinder mit 20 Ventilen und 125 PS. Das reicht zum Mitschwimmen, aber als klassischer Mehrventiler möchte dieser Motor richtig Drehzahl sehen, wenn es mal etwas zügiger gehen soll. Etwas ungewohnt für die 90er Jahre in einem offenen Wagen mutet der 1.9 TDI mit 90 PS an, wer sich aber am Dieselnageln nicht stört, ist damit sehr sparsam unterwegs.

Im Mittelfeld rangierte ab Anfang an der 2.3E mit 133 PS, für viele Audifans DER Motor für das Cabrio. Der Reihenfünfzylinder hat einen dezenten aber schönen Motorenklang und ist ein richtiger Drehmomentmotor. Was will man mehr in einem Cabrio? In einer ähnlichen Leistungsklasse kämpft der 2.6E mit 150 Pferden, dieser beerbte schlussendlich den Fünfzylinder, dessen Produktion Mitte der 90er Jahre eingestellt wurde.

Als Topmotorisierung war die ganze Zeit ein 2.8E mit 174 PS im Angebot. Dieser verfügt gegenüber dem kleineren V6 über ein Schaltsaugrohr (welches die Luftzufuhr der Drehzahl anpasst) und natürlich etwas mehr Hubraum.

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Einige Firmen und Privatleute frisierten ihr Cabrio und bauten den Fünfzylinder 20 Ventiler mit Abgasturbolader aus dem Audi S2 ein. Ob das nötig ist und Sinn macht in einem Cabriolet mit Frontantrieb, überlasse ich den jeweiligen Besitzern.

Heute stehen die meisten Cabriolets karosseriemässig dank der Vollverzinkung gut da. Was bei Cabrios bei mangelnder Pflege leidet, ist der Innenraum bei Wagen, welche oft offen in der Sonne stehen. Auch das Dach möchte mit Sachverstand bedient werden und nicht monatelang zusammengefaltet sein über die Winterpause. Die Motoren sind grundsätzlich zuverlässig und standfest, regelmässige Wartung und Zahnriemenwechsel vorausgesetzt. Die meisten Autos kommen jetzt in ein Alter, wo auch mal eine Zylinderkopfdichtung oder sonstige Abdichtungen von Motor und Getriebe fällig werden. Das muss eingerechnet werden bei einem günstigen Kauf. Abgesehen von gerne falsch anzeigenden Wassertemperaturinstrumenten sind aber nicht viele Krankheiten bekannt.

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Der grüne Fotowagen vertritt hier die erste Serie (davon allerdings einer der Späteren), während der Dunkelblaue die zweite Bauzeit repräsentiert. Der „Alte“ ist sehr gut ausgestattet mit dem grossen V6 mit Automatik, Klima, Sitzheizung und einer Spezialfarbe der damals ganz jungen Quattro GmbH. Der „Neue“ verfügt über den kleinen V6 kombiniert mit Handschaltung, ebenfalls Klima und Sitzheizung sowie Lederbestuhlung.

Das erste Cockpit

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Hier wurde noch die altbekannte typische Audischrift der Zifferblätter, die damals mit dem Sport Quattro eingeführt wurde, verwendet.

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Und das Cockpit der zweiten Generation. Die Schrift des Tachoblattes kennt man aus den frühen Audi A3 und A4.

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Die Karosserie ist im Vergleich zu heutigen fahrenden Burgen sehr übersichtlich und passt auch in die meisten Parklücken.

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Jederzeit ein eleganter Auftritt, ohne dass das eigene Sparschwein bis aufs Blut ausgeschlachtet werden muss. Vergessen Sie nicht, ein A3 Cabrio schaut ziemlich schnell aus, als käme es von vorgestern. Das Audi Cabriolet hingegen darf als zeitlos bezeichnet werden. Die Fahrer haben es nicht nötig, den letzten Schrei spazieren zu fahren. Trotzdem geniessen sie Annehmlichkeiten, welche richtig alte Cabrios nicht bieten können. Auch bei zur Zeit noch günstig zu erstehenden Exemplaren und einer standhaften Technik, sind vor einem Kauf genügend finanzielle Reserven einzuplanen für oben genannte Arbeiten und für Unvorhergesehenes. Schliesslich steckt schon eine ziemliche Ladung Technik in diesen Youngtimern.

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Geniessen Sie den Sommer! 🙂

 

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