Audi A6 C5 – was macht man damit?

Ja, da steht man vor so einem nicht neuen, nicht alten Audi und fragt sich; Was macht man damit? Schreibt man über so etwas einen Bericht?

A6

Über den Vorgänger, welcher C4 genannt wird, hat der Autor bereits früher seine Gedanken geäussert. Dieser hat noch viele Ähnlichkeiten mit seinen Vorgängern C3 und C2. Sei es das Fahrgefühl, die perfekte Rundumsicht, selbst technisch sind einige Dinge noch ähnlich, vergleichbar mit den Vorgängern. Zum Beispiel wird das Licht im C4 immer noch mit einem Lenkstockhebel angezündet. Damit ist im Audi A6 C5 Schluss und nicht nur damit, aber nun der Reihe nach.

A6 Avant seitlich mit Sommerfelgen 3

Das Design stellt einen eigentlichen Bruch dar zu allem vorher Dagewesenen dieser Marke. Speziell zu erwähnen ist dabei die Limousine. Das soll alles nicht wertend sein, es ist schlicht eine Tatsache. Damit wurden natürlich nicht mehr alle langjährigen Audifahrer angesprochen, aber ich denke, dem Mainstream-Geschmack hat man sich damit sicher eher angebiedert angenähert. Wer von einem C4 auf einen C5 umsteigt, taucht in eine neue Welt. Das Auto fühlt sich schon im Stand schwerer an, viel moderner, aber auch austauschbarer. Die schöne Uhrensammlung des C4 Cockpits ist verloren gegangen. Zwar durfte die Öltemparaturanzeige bleiben, aber die Zeit wird nun digital gemessen und das Voltmeter wurde in Rente geschickt. Gut, über Sinn und Unsinn einer solchen Anzeige kann man streiten, schliesslich pflegen Batterien heutzutage abrupt zu sterben. Jedoch gibt es jetzt nur noch Anzeigen im eigentlichen Cockpit. In der Mittelkonsole befindet sich nun (gegen Aufpreis) das Multimediasystem, ade DIN-Radioschacht. Das Naviplus verfügt über einen Farbbildschirm und bei entsprechender Freigabe auch über TV. Eine Zweizonenklimaanlage wie beim Daimler findet man nun auch bei Audi. Das Licht wird über einen langweiligen Drehschalter, wie bei allen modernen Weltautos, eingeschaltet.

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Leider wurde im Innenraum viel Softlack versprüht. Das sah damals im Showroom ganz toll aus, nach ein paar Jahren Gebrauch blättert dieser ab und die Schalter werden hässlich weiss. Das sagt einiges über die Wertschätzung des Kunden in diesem Konzern ab Ende der 90er Jahre. Schliesslich soll nach 5-6 Jahren spätestens der Nachfolger bestellt werden… Von solchen Problemen ist der C4 weit weniger betroffen. Aber genug gejammert, es hat sich auch einiges verbessert und dazu zählen auf jeden Fall die (aufpreispflichtigen, schliesslich sind wir ja im VAG-Konzern) Recaro-Sitze oder auch das natürlich auch nicht geschenkte Solar-Schiebedach. Dieses füttert die Lüftung mit Ökostrom damit der Wagen an der prallen Sonne nicht zu heiss wird. Funktioniert tatsächlich erstaunlich gut!

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Die neue Mittelkonsole, eine intuitive Bedienung wie beim C4 ist nicht mehr möglich. Dafür kann der neue gaaanz viel. 😉

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Bequem auch über Stunden, die Recaro-Sitze

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Das Bose-Soundsystem ist ebenfalls ganz nett, aber sie haben es sicher schon erraten; 2001 machte jemand dafür die hohle Hand. 😉

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Fahren lassen sich diese C5 gut, allerdings sind sie schwerer und breiter geworden als der C4 mit allen damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Die Tiptronic-Automatik verfügt nun über 5- statt 4-Stufen. Allerdings fühlt sie sich ruppiger und unberechenbarer an als im C4. Ebenfalls wurde in schwächeren Motoren die stufenlose Multitronic angeboten. Diese aber hat einen zweifelhaften Ruf, was die Langlebigkeit angeht, wenn auch die Werbung mit dem Wackel-Elvis bis heute bekannt ist. Ebenfalls abtreten mussten die legendären 5-Zylindermotoren von Audi, welche diese Baureihe von 1976 bis 1996 begleiteten und bei Fans der Marke einen sehr guten Ruf genossen bzw. immer noch geniessen. Als Ersatz für den Sauger-Fünfzylinder kann man den 2.4 V6 sehen, für den 2.2 Turbo den 2.7-V6-biturbo. Leider fehlt beiden der Sound der Reihenfünfzylinder. Immerhin stellt der Biturbomotor noch eine gewisse Hommage an die Turbo-Quattro-Vergangenheit von Audi dar. Das getestete Fahrzeug verfügt über das genannte Turbo-V6-Herz. Damit ist der Wagen für einen Kombi richtig schnell und bietet viel Fahrfreude auf deutschen Autobahnen. Allerdings lag der Verbrauch bei einer Fahrt zwischen 130-180km/h bei rund 11 Litern. Die Leistungsentfaltung ist allerdings traumhaft, schnelle Zwischenspurts sind ähnlich wie bei einem grossvolumigen Turbodiesel möglich, aber mit dem Vorteil, dass bei 4000U/min die Drehfreude nicht aufhört.

Wie erleben Sie den Audi A6 C5? Ist das ein kommender Klassiker oder einfach nur ein älteres Auto? Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Zuverlässigkeit dieses Wagens? Diskussion über die Kommentarfunktion sehr erwünscht.

 

3 Gedanken zu “Audi A6 C5 – was macht man damit?

  1. Hi, muß noch mal was nachschicken – ich finde, es gibt sozusagen zwei Designlinien bei den C-Typen. Der erste von 68, der dritte von 82 und der fünfte von 96 waren im Vergleich zu ihrem damaligen Umfeld recht fortschrittlich, ja schon fast herausfordernd (stell mal einen C3 gegen einen 123er Mercedes, oder einen C5 gegen den 124er, dann weiß man, was ich meine).
    C2 und C4 waren dagegen verhältnismäßig konservativ.
    Der C6 war auch wieder ruhig im Design, allerdings sieht man da deutlich de Silvas Handschrift, und der aktuelle C7 unterscheidet sich ja eigentlich nicht wirklich, vom Scheinwerferdesign mal abgesehen.
    Bin mal gespannt, ob man den C8 auch in eine der beiden Kategorien einordnen kann.
    Grüße aus D

    Matthias

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  2. Hi Marc, wir kennen uns vom 123er-Forum – bin der josefini1 :-))

    Ja, C5 ist so ein Zwischending, da hast Du wohl recht. Ich finde ihn aber jedenfalls schön, grad das Heck der Limousine erinnert mich an einen geschliffenen Diamanten.
    Den abblätternden Softlack gabs meines Wissens erst nach dem FL ca. 2001, die Multitronik ebenfalls.
    Widersprechen muß ich Dir, was die Schwere des Wagens anbelangt. Ich finde, der C5 fühlt sich in allem irgendwie leichter und weniger wertig an.
    Während der C4 noch ein sattes Türschließgeräusch hat, klingts beim C5 schon etwas blechern. Auch die Haptik ist beim C4 noch besser.
    Platz hat der Wagen ohne Ende, er ist ein bißchen rostempfindlicher als der C4, was man aber in den Griff kriegen sollte mit etwas Pflege.
    Für die Preise, die die Wagen derzeit in gepflegtem Zustand kosten, kann man wirklich nix falsch machen. Und bis in ca. 5 Jahren hat der Wagen garantiert eine treue Fangemeinde, wie alle anderen vorher.
    Viele Grüße

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    • Hallo Matthias

      Freut mich, dass Du hier kommentierst! 🙂
      Mit der Schwere meinte ich vorallem das Gefühl im Lenkrad. Da fühlt sich mein C4 viel leichtfüssiger an. Meine Mutter wollte den C4 gar nicht mehr hergeben, weil er sich für sie wendiger anfühlt. (und es vermutlich auch ist in Tat und Wahrheit)
      Ich bin gespannt, aber ja, so eine Limousine in diesem speziellen grün-métallic ohne Spoiler etc. hat schon was!

      Grüsse aus der Schweiz
      Marc

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