Porsche Panamera Turbo – eine Probefahrt in einer anderen (automobilen) Welt

Die Zeiten, in denen ein Porsche über einen Heckmotor verfügen musste, sind faktisch seit Jahrzehnten vorbei. Auch wenn das noch nicht bei allen Vollblut-Porschefahrern angekommen ist. Dass ein Porsche auch für den Transport von mehreren Personen gebaut wird, hat die Verbreitung dieser Marke seit einigen Jahren weiter stark beschleunigt. Es bietet sich an, einen Sportwagen mit einer Limousine zu kreuzen um keine Kunden welche mit Familienzuwachs konfrontiert werden, zu verlieren. Wie erfüllt der Panamera das Bedürfnis nach sportlichem Fahren und dasjenige nach einer Reiselimousine mit brauchbarem Gepäckabteil?

Design

Als überzeugter Youngtimerfahrer muss ich zugeben, der neue Panamera ist für mich mal ein gelungenes fahrbares Design mit stimmigen Proportionen. Etwas, was heute leider nicht vielen Designern glücken mag. Die harmonischen Formen setzen sich auch im Innenraum fort. Man fühlt sich klar in einem Porsche, zum Beispiel die Schrift des analogen Drehzahlmessers erinnern den Fahrer angenehm daran, dass er sich in einem Zuffenhausener Qualitätsprodukt befindet.

Karosserie

Ein Audi A6 Avant oder ein BMW der 5er Reihe haben mehr Platz. Aber das Gepäckabteil ist innovativ gestaltet und für 4 Erwachsene auf Urlaubsfahrt ausreichend. Wer mit Kindern immer alles mitschleppen muss/möchte, braucht einfach eine Dachbox.

Cockpit

Diesen Punkt man unbedingt ansprechen bei einer solchen Fahrmaschine. Wie bereits erwähnt, gilt das Cockpit für mich als sehr gelungen. Analoge und digitale Elemente ergänzen sich gekonnt. Die Funktionen möchte ich Ihnen mit folgenden Bilder etwas näher bringen:

Die rechte Hälfte lässt sich für unterschiedliche Funktionen beliebig verstellen. Im Bereich des Tourenzählers ist jederzeit der gewählte Gang zu sehen, über die Schaltpadels am Lenkrad kann man bei Bedarf eingreifen und z.B. sanft mit der Motorbremse verzögern vor einer Kurve oder einer Ortschaft.

Der aktuelle Standort kann mit einer Google Maps Karte eingeblendet werden. Detail am Rande, aber die Geschwindigkeitstafel in Landesoptik wäre einfach zu realisieren und ein sympathischer Schachzug.

Das Nachtsichtgerät kostet zwar einen gesalzenen Aufpreis, aber meines Erachtens ist das einer der wenigen sinnvollen Erfindungen im Automobilbereich der letzten 20 Jahre.

In dieser Funktion kann man die klassischen Zusatzinstrumente abfragen, wie unter anderem die genaue Öl- und Wassertemperatur.

Im grossen Bildschirm in der Mittelkonsole lassen sich weitere Einstellungen tätigen. Porsche ist es hier gelungen, die Funktionen so zu gestalten, dass eine intuitive Bedienung möglich ist. Auch der „Lift“, sprich die Fahrzeughöhe lässt sich hier einstellen. In der hohen Position verbleibt der Wagen aber nur bis gut 40km/h.

Alle wichtigen Bedienungen finden sich auch mit einer Direkttaste.

Motor

Darüber, dass die Spitzenmotorisierung, genannt „turbo“ mit seinen acht zwangsbeatmeten Zylindern genügend Kraft hat, brauchen wir uns nicht zu unterhalten. 550 PS braucht eigentlich kein Mensch. Die Einstiegsversion als 3.0 V6 Turbo reicht ganz sicher auch mit 330 PS. Alternativ stehen noch diverse Hybridmodelle zur Wahl. Allerdings und das steht auch ausser Frage, den schönsten Sound liefert halt auch der grösste Motor mit 8 Freunden. 🙂

Fazit

Braucht man diesen Wagen (sofern es das eigene Portemonnaie überhaupt zulässt)? Ganz klar nein. Allerdings gibt es in dieser Preisklasse Autos die meines Erachtens deutlich weniger Fahrspass fürs Geld liefern. Wenn es also etwas Neues aus der Oberklasse sein soll, für mich steht der Panamera auf der Pole Position. Wer ihn zum Spass mal konfigurieren möchte, klicke hier.

Dank

Geht ans Porsche Zentrum Winterthur und speziell an Frau Karin Fenner. Wer sich für einen Porsche interessiert, findet in ihr eine sympathische Kennerin der Materie.

4 Gedanken zu “Porsche Panamera Turbo – eine Probefahrt in einer anderen (automobilen) Welt

  1. Mein erster Gedanke war: „Aber fahren kann man damit auch noch, oder?“

    Mir gefallen diese kleinen Spielerein zum Einstellen im Bodcomputer eigentlich ganz gut. Als vor Jahren Nissan mit dem legendären GT-R vorgepresscht ist, wurde das ganze noch nett belächelt und als Mäusekino verspottet. Heute ist es auch bei Porsche angekommen und wirkt dann doch wie das typisch Deutsche „Over-Engineering“.

    Irgendwie bleibt da für mich die Ergonomie auf der Strecke. Und das betrifft nicht nur den hier gezeigten Panamera – er ist aber ein gutes Beispiel für die heutigen Entwicklungen. Andererseits hoffe ich, dass sich die Entwickler schon Gedanken gemacht haben, wohin mit den ganzen Funktionen. Und dann rutscht das Klimabedienteil in den Mitteltunnel wo der Fahrer nacht unten (!) schauen muss um einen Einstellung vorzunehmen.

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    • Dein Gedanke ist durchaus berechtigt. Unter „alltagstauglich“ verstehe ich ebenfalls etwas anderes.
      Es ist eher der Turnschuh, welcher ursprünglich für eine Olympiateilnahme konstruiert wurde und dann von Gucci für die Etepetete-Kundschaft angepasst wurde. 🙂
      Es ist ein Porsche und der Spagat wurde recht gut umgesetzt, aber es bleibt ein Spagat. Für mich wäre er zu gross im Alltag.

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  2. Hallo Marc,
    zuerst mal, so einen werde ich mir eh nie leisten können, daher ist die Frage eher theoretisch – was hälst du denn von diesen monströsen Mittelkonsolen? Ich finde die einfach überdimensioniert und abstossend. Und ob dieses einmauern „sportlich“ ist – na ja, wer’s glaubt…

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    • Danke für Deine Rückmeldung.
      Die Mittelkonsole unterstützt die rückläufige Geburtenrate 😉
      Nein im Ernst, persönlich bevorzuge ich eine schmalere Mittelkonsole und finde Amis toll, die auf eine solche sogar ganz verzichten.
      Das Einmauern ist definitiv nicht sportlich, kann aber gut sein, dass es die Hersteller für dynamisch halten 😀

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