Europas Traumstrassen Teil 1: Wild Atlantic Way, Irland

Titel

Es gibt Küstenstrassen. Und es gibt den „Wild Atlantic Way“. Was macht ihn so besonders, so herausfordernd?

Wo er liegt
Zwischen Derry, Nordirland und Kinsale, Irland.
Karte / Website

Die Länge
>2600 km.
Das ist viel. Das sind sehr viele Kurven. Was daraus noch mehr macht. Oder einfach noch mehr Etappen.

Die Landschaft
Schroff. Karg. Grün. Sensationelle Buchten mit weitläufigen Stränden.  Gewaltige, bröckelnde Klippen. Darin unerschrockene Angler. Man möchte dauernd anhalten und schauen. Und plötzlich hinter der nächsten Ecke ein pittoreskes, buntes Dörfchen, welches mit seinem herausgeputzten Pub zu einem gemütlichen Stop einlädt.

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Die Kultur
Stolze, verfallene Mittelalterburgen. Riesige Klosterruinen. Uralte Hünengräber und Steinkreise. Noch immer dichte, über tausend Jahre alte Steinhäuser.

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Die Enge
Fussgänger oder Schafe hinter der nächsten Kurve. Kein Platz zum Ausweichen, weil links und rechts in Büschen versteckte Mäuerchen stehen. Selten so enge Strassen erlebt, sogar als Nationalstrasse.

Die Rauheit
Atlantikwetter. Schneller Wechsel. Wind, beim Tür öffnen kann es einem die Tür aus der Hand ziehen. Sich stets verändernde Sichtverhältnisse. Passend dazu: ein steinharter, rauer Teerbelag. Mit Schlaglöchern. Klappertest für jedes Auto. Ausdauertest für das menschliche Ohr. Passendes Auto für zur Selbstkasteiung Neigende: ein Morgan Roadster. Aber bitte nur für diejenigen mit einem gefestigten Rücken.

Der Linksverkehr
Fahren Sie den Atlantic Way möglichst nicht mit einem grossen, links gesteuerten Auto. Sie werden erstens nichts sehen, zweitens fast sicher ihren rechten Aussenspiegel einbüssen. Ausser Sie sind perfekt im Einschätzen. Die Iren sind es – und kreuzen ohne Rücksicht auf Verluste. Selbstverständlich auch mit einem Pferde-Anhänger. Unbedingt zu beachten: Hinweise wie „very slow“ vor einer Kurve. Sie kommt unvermittelt, scharf.

Die Menschen
Freundliche, gelassene, meist bodenständige Leute. Gerne zu einem Schwatz bereit und stolz auf ihr Land. Pflegen ihre eigenen, für uns skurrilen Sportarten wie Irish Football oder Hurling. Halten auch mal wettrennende Windhunde und bauen dafür eigens Stadien. Werfen sich mutig in den kalten Atlantik. Es ist schliesslich Sommer.

Damit gereist
Ein 2011er Ford Focus TDCi. Ich mag sein direktes Handling, ausserdem ist er genügend komfortabel, um die rauen irischen Strassen gerade noch aushalten zu können. Reichlich (Koffer-) Raum für vier, sehr tiefer Verbrauch.

Übrigens: die ersten Ziffern des Kontrollschilds zeigen das Zulassungsjahr.

Schlussendlich
Hinfahren. April oder Mai, da soll es nicht so „wettern“. Die wilde Küste Irlands bietet alles, was Fernweh auslöst. Ohne Schickimicki, dafür echt. Wellenreiten. Transatlantikflughistorie. Sommerfeste. Sogar gute Kulinarik in ausgesuchten Restaurants. Traditionelle Musik und moderne Kunst. Enjoy!

 

2 Gedanken zu “Europas Traumstrassen Teil 1: Wild Atlantic Way, Irland

  1. Schöner Einblick, vor allem wenn man schon einmal selbst dort war. Und sehr schöne Bilder – vielen Dank für das „Erinnerungen-Rauskramen“ 🙂

    Ich vernehme wieder Fernweh nach diesen ganzen Eindrücken. Ein verschmitztes Grinsen eines flauschigen Schafes (ich könnte schwören es hat wirklich gegrinst) das sich mit der ganzen Bande die Straße jetzt zur Haltestelle umfunktioniert hat, der raue Wind der an der Küste herrscht und die Felsen formt – sehr häufig auch das Gesicht wenn man unerfahren mal so in den Wind steht und all die vielen Dinge die es zu entdecken gibt. Über das heimliche Daumendrücken, ob der nächste Kilometer frei ist muss man garnicht sprechen, da die Wegesbreite nicht nur durch Steinmauern gezäumt wird sondern die Vorstellung den Kilometer wieder schlängend rückwärts zu fahren schon für höchste Freude sorgt – wenn frei ist…

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