Ein Vulkanier – mit Inkontinenz!

Ok, die Herren der Schöpfung, das ist für uns alle ein unangenehmes Thema. Mittlerweilen wird man zwar auch schon an den BAB-Raststättenklos (im Hintergrund der sagenhafte Sanifair-Werbespot mit der beruhigenden Musik) darauf hingewiesen, dass es für alles eine Lösung gibt…

Aber keine Bange, es geht nicht Harndrang beim Manne sondern, wie es sich bei diesem Forum gehört, um ein Auto. Also, was ist Sache?

Nein, kein weisser Hautkrebs – aber genausowenig willkommen

Das, was auf dem Bild wie ein Basalzellkarzinom (vulgo Basaliom) aussieht, hat mein Vulkanier, alias Saab 900 Jg. 1987, auf dem Garagenboden hinterlassen. Fing im Frühjahr ganz harmlos an. Ok, kleiner Ölverlust, Inkontinenz eben, kommt in den besten Familien vor. Im Laufe des Sommers dann, wo auch immer das Auto länger als drei Minuten stand, diese Tropfen.

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„Oilspill“ in der Garage

Man wird hellhörig. Und schaut nach. Aha, beim Ölfilter bzw. dessen am Motorblock befestigtes Gehäuse. Am Ende der Sommerferien sah es dann schon schlimmer aus. Öl- und Ölfilterwechsel standen eh an, vielleicht ist das die Lösung (insgeheim weiss man in solchen Situationen allerdings: Vergiss es, da steckt mehr dahinter). Also Filter und Öl besorgt.

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Ja ja ja, der Kenner bevorzugt „Mann“ o.ä. Für einmal gebe ich mich pragmatisch

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Dito beim Öl…

Hier in Schweden, mindestens für helvetische Verhältnisse (auf schwedisch steht helvete übrigens für: Hölle 🙂 ) unglaublich günstig. Und sozusagen an jeder Ecke zu kriegen. Im vorliegenden Fall lag die Ecke allerdings 85 Kilometer weit weg – ein Katzensprung für lokale Verhältnisse. Das liess sich aber mit der Inspektion des Polaris-Quad bestens verbinden.

Übrigens, kleiner Einschub bezüglich der schönsten Routen auf dieser Erde: Riksväg (Rv) 26. Verkehrsarme, wunderbare Strecke von Süd- bis Mittelschweden. Wir befahren regelmässig die Strecke von ca. Skara bis Vansbro oder wie neulich eben, bis Mora. Wer die Strecke Ende September/Anfang Oktober fährt, fliegt nie mehr nach USA oder Kanada wegen des indian summers. Statt der Ahorne sorgen Espen und Birken – und am Boden Blaubeeren – für die richtige Farbe und Pickups gibt es auch mehr als genug.

blåbär

Indian summer – made in Sweden. Die Blaubeeren sind übrigens köstlich, auch jetzt im Herbst!

Also, zu Hause nach allen Regeln der Kunst den Ölwechsel durchgeführt, inklusive der obligaten Schmierung der Filterdichtung mit Motorenöl. Friede, Freude, Eierkuchen? Denkste. Leckt, wie gehabt. Noch einmal genau hingeschaut (Asche auf mein Haupt, hätte ich ja schon viel eher tun können/sollen – also GENAU hinschauen). Öl am Filtergehäuse und dem Geber für den Öldruck.

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Der Übeltäter – hoffentlich

Also, Öl wieder abgelassen, Filter samt Gehäuse abmontiert um an den Geber zu kommen. Geber raus, nichts auffälliges gefunden. Zum lokalen Freundlichen, „haste sowas“? Nicht an Lager, aber Morgen früh kannst du es abholen. Wow. Vor allem deswegen, weil der Bestellzeitpunkt am Freitag um 15:30 und der Lieferzeitpunkt also Samstag Vormittag war. Cool. Für wenig Mäuse also ein neuer Geber.

Die Dichtung des Filtergehäuses sah nach 28 Jahren nicht so glücklich aus, ein Bogen Abil N von Elring schafft Abhilfe (ob die Pappe die Temperatur am Motorblock auf die Dauer aushält, wird sich weisen. Der Freundliche bei Åhls bildelar in Vansbro meinte, das sei das richtige Material.

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So sah das Ölfiltergehäuse-Dichtungs-Puzzle nach der Demontage aus. Die neue Dichtung war beim Aufnahmezeitpunkt bereits montiert. Sah aber viiiiel besser aus 🙂

Also Scherenschnitt für Fortgeschrittene und mit dem Druckgussteil bzw. der alten Dichtung als Schablone eine neue zurechtgeschnitten. Passt wie eine eins. Alles wieder zusammengebaut und… noch etwas Öl am Filter aber einige Kilometer später und nach ein paar Stunden Abkühlung – trocken.

Da der Wagen ohnehin ein paar Tage warten musste, habe ich mich auch noch einem irritierenden, metallischen Singen im Bereich der Kupplung angenommen. Hilfe gab es auf saab-cars.de, wo schon einmal jemand dieses Geräusch hatte. Beim leisesten Antippen der Kupplung war das Geräusch weg. Und des Rätsels Lösung war der Ausrückring, welcher mit der Getriebewelle mitdreht und an der Membranfeder „schabt“. Der ist jetzt vorsichtig mit Silikonspray behandelt und es herrscht Ruhe im Karton.

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Der Vulkanier in Dalarna sagt gute Nacht

So ist der Hobbyschrauber denn um einige Erfahrungen reicher und freut sich jetzt hoffentlich eine Weile über seinen roten Saab – ohne Macken.

Vulkanier Teil 1

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