Retro Classics 2015 ein Résumé

In den vorangegangenen Jahren nahm ich jeweils als Fahrzeugverkäufer an der Retro teil. Irgendjemand aus meinem Freundeskreis hatte immer ein angejahrtes Fortbewegungsmittel, welches weichen musste. Dieses bot ich dann in Stuttgart auf der Messe feil. Leider ist dies heute aus mehreren Gründen nicht mehr möglich. Zum einen macht der liebenswerte dt. Zoll regelrechte Jagd inkl. Verhaftungen auf Schweizer, welche Autos in Deutschland verkaufen wollen. (logisch muss dies verzollt werden, jedoch meines Erachtens erst bei einem erfolgreichen Verkauf) Zweitens hat sich die „low-budget-Kundschaft“ in Stuttgart als unzuverlässig erwiesen, der eine machte „Privatkonkurs“ (bekannter Minihändler), ein anderer ist sich auf einmal bewusst geworden, dass er für 4000Euro einen halbalten US-V8 gekauft hat und sich das nun doch wieder anders überlegte. Kurz und gut, es kostete mehr Nerven als dass es noch Spass machte.

Daher beschloss ich 2014, die 2015er Messe zu ignorieren. 🙂 Nun ja, wie das mit den Vorsätzen an Neujahr ist, so ist es auch mit meinen Verweigerungsvorsätzen. Im Winter übernahm ein Freund die Verwantwortung für den Messeauftritt seines Mercedes-Clubs. (psst, nur unter uns; es handelt sich hier um ganz unseriöse aber heisse Mercedes, die haben sogar Spoiler dran und wecken bei Jungs allen Alters richtige Emotionen, aber dazu später mehr. Ich hab ein reines Gewissen, mein Moby entspricht dem klassischen Mercedesbild, on top ist er auch „classicweiss“ lackiert 😀 )

Die Messe hatte dieses Jahr eine wichtige Neuerung für alle Besucher: der bei Fahrern wie auch Besuchern sehr beliebte Oldtimerparkplatz wurde zugunsten eines Verkaufsplatzes gestrichen. Das heisst, selbstverständlich hatte die arrogante Sturgerter Messeleitung die Dreistigkeit, dies als Vorteil zu verkaufen. Sie dürfen nun statt wie bis anhin mit Ihrem Oldie gratis vor dem Haus neu im Parkhaus für 6 Einheitswärungsdinger Ihren Klassiker neben dem vollbeladenen Kombi der reiselustigen Familie parken. Toller neuer Vorteil nicht? 🙂

Mir taten aber in erster Linie die Verkäufer leid, welche ihren Wagen im nass-kalten Wetter auf der Freifläche feilboten. Die Vorstellung, 4 Tage draussen zu verbringen, ist nicht gerade prickelnd, vorallem wenn Petrus derart erzürnt ist. Nun habe ich aber genug über die Messe lamentiert, es gab auch dieses Jahr sehr schöne Autos zu besichtigen. Hilfsbereite und freundliche Anbieter von Zubehör traf man ebenfalls an, es war also nicht alles schlecht!

Da ich mir habe sagen lassen, man sei in Merkelingen etwas öffentlichkeitsscheu, sind alle Gesichter unkenntlich gemacht. Ich kann und möchte nicht die Verantwortung übernehmen, wenn ein Ehemann von seiner Frau auf der Altautosuche enttarnt wird. Oder wenn gar ein Clubmitglied, welches erhaben vor einem Modell der Konkurrenz steht, danach tadelnd am nächsten Stammtisch zur Rede gestellt wird. Nicht auszumalen was alles passieren könnte, auch die NSA wird registrieren, wer sich für sozialistische Kutschen interessiert. Interessenten von imperialistischen Spritschluckern werden zur Umerziehung den Grünen gemeldet, Freunde von NSU-Modellen vielleicht gar der Antifa?

Nun hält sich das Lästermaul endlich zurück und ich präsentiere Ihnen hier einige Eindrücke und automobile Leckerbissen:

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Mich darf man sehen 🙂

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Für mich war es DAS Angebot der Messe, dieser frühe, sehr grüne CX 🙂 Er war auch schon am Donnerstag Nachmittag verkauft, der Simca ebenso.

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Na los, schlagen Sie zu!

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Reizvoll gemachter Gremlin X, wer kennt den schon?!

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Wann haben Sie den letzten Fuego gesehen? Aus meiner Sicht ein Verschwinden, welches ich bedauere. Es gibt ein Foto von 1984, welches mich am Steuer des Fuegos meines Onkels zeigt. Muss mal suchen! 🙂

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Ich bin ja selbst ein grosser Firebird-Fan, wie man jedoch für die Bastelkutsche 50’000 fordern kann, bleibt mir schleierhaft.

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Seit diesem Jahr nennt man das in Neudeutsch „Sonnenscheinfahrzeug“. No rust!

Mir gefällt er so.

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Der OPA reiste aus Oppeln an.

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Moby mit V8, DER war reizvoll und fair eingepreist.

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924 Martini, seltenes Sondermodell

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Mit einem extra A4-Zettel wird das wahnsinnige 5-Gang Getriebe beworben, bei Daimlern der 80er Jahre keine Selbstverständlichkeit.

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Mein Audiflüsterer Marcus Nothelle war bei MOTUL mit einem schönen Sport Quattro zugegen.

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Es ist nur ein Kombi, allerdings 5.8m lang und mit einem 455cui V8 nicht allzu schwach motorisiert. 7 Kinder dürfen Sie mitnehmen.

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Kennen Sie den noch? Kennen Sie auch das Auto, welches den Roadrunner im Namen führte?

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Voilà!

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Montage Suisse 🙂 Für mich der schönste Buick aller Zeiten.

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Hier folgen die versprochenen grenz-seriösen Mercedesmodelle. 🙂 Inklusive Sexappeal, Sportlichkeit, Leistung aber ohne Vorderkircheparken-Kombatibilität und ohne das sonst bei Daimler serienmässige Understatement.

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2 Gedanken zu “Retro Classics 2015 ein Résumé

  1. Die Messe in Stuttgart muss man schön mögen. Zu den Wirrungen der Messeleitung muss ich wohl nichts mehr hinzufügen. Außer vielleicht, dass die Privatverkäufer auf der Piazza (wie wohlklingend) den gleichen Betrag von 200 Eurokröten abdrücken mussten, wie die „Privatverkäufer“ in Halle 6. Ein Schelm wer Böses dabei denkt, dass in der besagten Halle 6 ein Großteil der Fläche von Händler vereinnahmt wurde.

    Immerhin gab es als Aussteller in diesem Jahr wenig zu mäkeln und zu kritisieren. So problemlos sind wir noch nie in die Hallen und ohne irsinnigen Stau am Sonntagabend wieder heraus gekommen.

    Den CX kann ich bedenkenlos auch zu meinem Favorit auf der ganzen Messe erklären, auch wenn er keinen Stern auf der Haube trägt. 😉 Erfreulicherweise haben sich neben den unzähligen 911er Porsche und 107er Mercedes doch gefühlt ein paar Franzosen (respektive Fahrzeuge aus französischer Produktion) mehr als in den vergangenen Jahren nach Stuttgart verirrt.

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    • Deine Weltoffenheit freut mich natürlich besonders. Wobei Dein Hang zum Savoir-Vivre auch bekannt ist und geschätzt wird. Ein Bekannter hat ein sehr pointiertes Mail der Messeleitung zukommen lassen: Wenn die Messeleitung den letzten Freak vertrieben hat, kommen auch keine Kravattenäffchen mehr, den dann gibt es nichts mehr zu bestaunen. Das Sortiment der Händler ist an deren Domizil eh vielfältiger, für das muss man nicht nach Sturgert kommen.

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