Automobile Jugenderinnerungen Teil 1

Hier zeige ich Ihnen keine Bilder aus dem letzten Jahrhundert, sondern es kommen meine eigene automobile Laufbahn seit 2001 und die dazugehörigen Erlebnisse aufs Tapet.

DSC00062

In früheren Zeiten zu meinen audiaffinen Phasen hielt ich mich oft und gerne im Herzen des Freistaates auf, wo diese Kisten auch hergestellt werden. Hier lernte ich 2003 den Bauplatzgangster kennen, ein bayrisches Urgestein wie ich es bis anhin nur aus dem Fernsehen kannte. Im Internet auf einem damaligen Audiforum besprachen wir, das geplante „20 Jahre Sportquattro-Treffen“ zu einem persönlichen Treffen zu nutzen. Nicht dass wir je einen Sportquattro (kürzerer und dafür teurerer Urquattro) gehabt hätten, aber man darf ja schauen und träumen. 🙂

Diesen interkulturellen Austausch haben wir in den folgenden Jahren intensiviert. Es war für beide spannend zu sehen, wie der andere so lebt. Ich lernte die bayrische Geographie kennen (des rundherum is ois Preissn, da ghean au die Franggn dazua, und au wenns sich so oheat, aba wir redn nicht wie die Estreichr) und schätze die (Essens-)Kultur. Ich machte nur einmal den Fehler in Ingolstadt um 12:15 Uhr a Weisswuast und a Brezn zu bestellen. Des macht man nicht! Ich erntete einen sehr bösen Blick der wohlausgestatteten Bedienung. In Bavaria hat man noch Sinn für Tradition! Im Gegenzug lernte BG (Kurzform von Bauplatzgangster) die schweizerischen Unarten Eigenarten von mir kennen und wir amüsierten uns oft köstlich. Schliesslich sind wir beide Angehörige eines freiheitsliebenden und räuberischen Alpenvolkes. Bald lernte ich, dass auch die Audi AG hemdsärmelig funktioniert, auch wenn man Preissn des Marketing mochn lässt. Die Teileversorgung und der Umgang mit der Tradition geht nach der inoffiziellen Devise „des oide Graffl interessiert doch koinen mehra, pflegn tuan mer des Glump grad goa net, solln boid was neis käffa (kaufen) die Kundn“. Bitte entschuldigen Sie die „bayrischen“ Begriffe die da dauernd reinrutschen, aber ich möchte mit meinem rudimentären Bayrischkenntnissen schon etwas brillieren, habs lange genug gelernt in Sprachaufenthalten 😀

Es gibt bei der Audi Tradition sehr löbliche Ausnahmen, aber leider ist die Audi AG im Traditionsbereich noch lange nicht so Premium wie die seit 30 Jahren verfolgten Konkurrenten. Nichts destotrotz machen die alten Ingolstädter Laune, wenn es Leute zusammenbringt erst recht!

Eine meiner ersten Besuche bei BG dahoam.

anpass1

Hier sieht man den grossen Meister des B2 (Audi 80 der Generation der 80er Jahre) in seinen jugendlichen Jahren im Blaumann an seinem eigenen Audi 80 GTE. Der Junge am Boden heisst Wastl und war der Schrauberkollege des Herrn BG. Meine persönliche Studie zu den „EI“-Kennzeichen möchte ich Ihnen auch nicht vorenthalten. In Ingolstadt hat meines Erfahrens nur ein „IN“ wenn das Auto der Audi NSU AG gehört oder wenn man Migrationsgrund hat. Ingolstädter welche was auf sich halten, fahren ein „EI“ für Eichstätt spazieren. Vermutlich der gleiche Effekt wie der Aufkleber, der den korsischen Seeräuber zeigt, so trennt sich die Spreu vom Weizen und man erkennt sich untereinander 🙂

DSC00330

Ein Bild von unseren Rennern nur so zum Wirken lassen, für mich sinds einfach schöne Kindheitserinnerungen Jugenderinnerungen.

anpass2

DSC00374

Dieses schöne Audi Coupé GT 5S gehöret BoDuke. Dieser BoDuke gilt wie ich gemäss BG mittlerweile als verlorenes Kind. Wir haben uns erdreistet amerikanische Kraftfahrzeuge zu kaufen und den Audibestand dafür zu reduzieren. „Das kannst net mochn, des is ja grangg is des, was wuist mit dem Graffl, säfft ja Schprit wie n Bayer Bia! “

DSC00351 DSC00347

Bei einem von BG organisierten Treffen durften wir Herrn Hohenester besuchen. Er nahm auch jeden von uns mit auf eine Probefahrt mit seinem Tier, ein bleibendes Erlebnis!

DSC00337 DSC00333 DSC00332

Später kam ich nochmals nach Ingolstadt, zusammen mit einem Freund aus Preissn. BG hatte gerade irgendwo einen Audi 200 5E von 1980 aus dem bayrischen Sumpf gezogen. Aus unerfindlichen Gründen gelang es ihm, der Leiche nochmals für einige Wochen Leben einzuhauchen. Das war zwar ordentlich gewagt, machte aber einen Heidenspass. Leider sind nicht ganz alle Erlebnisse damit geeignet auf dem Netz geteilt zu werden :D. Ich sage nur, Volltanken ging nicht mehr…

Frisch und fröhlich bei der Arbeit; unser VAG-Experte in seinem Autohaus „Quartierstrassn“ in Belarus Bayern.

DSC00039

Net voitankn!

DSC00040

Auf die Distanz war er noch recht chic beieinander, der Sound war klasse, hier war der Haustuner am Werk 😉

 

DSC00043 DSC00044 DSC00045

Telefon gehört in jede Geschäftslimousine!

DSC00046

Kleine Stops zwischendurch sind nur von den Rauchern gewünscht 😉

DSC00061

Damals sah man sowas noch auf dem Audiparkplatz…

DSC00049

Bzw. bei hiesigen Werkstätten…

DSC00356

Abklappern wichtiger Sehenswürdigkeiten mit dem Preiss und dem ausländischen Feriengast.

DSC00065 DSC00067

Der Soundhall in dem Parkhaus hätte manchen Fahrer, zumindest der neueren amerikanischen Fahrzeuge, neidisch gemacht.

DSC00051

Bescheidenheit ist anders und nichts für uns.

DSC00054 DSC00056

Der Blitz nachts offenbart zumindest die halbe Wahrheit zum Zustand…

DSC00059

Das war mal ein erster Ausflug in meine eigene Vergangenheit.

Ich höre den BG jetzt schon: „Des is a Schmarrn was da schreibst, des is goa koa bayrisch net, das kannst net mochn. Es is a Greiz mit dene Preissn und Auslända, die lernet des bayrisch nie!“

Ich mag Bayern und dessen Eingeborene und möchte mich hier als Fan outen, die haben noch Charakter und Eigenständigkeit 🙂

 

 

11 Gedanken zu “Automobile Jugenderinnerungen Teil 1

      • Es begann mit einem Messerschmitt Kabinenroller, einem 2 CV, einem Borgward Isabella, einem Opel Kapitän, dann folge eine Reihe der Super-Italiener, danach eine mit den Super-Motorrädern, mal mit, mal ohne Beiwagen und Super Mercedes. Ich bin nicht gefahren, ich bin gefahren worden. Mein Sohn hat auch Automechaniker gelernt, bevor er eine andere Laufbahn einschlug. Freunde und Verwandte waren die Eigentümer und die Liebhaber (der Fahrzeuge), die Buggy-Bastler usw. Ich kann nicht einmal Rad fahren. Mußte ich ja auch nie. Und letztendlich blieb mir der große Gelbe (Berliner Omnibius). Ich habe alle genossen, Ob Maserati oder Isabella. Und ganz oft denke ich: „Aber schön war es doch……“ Irgendwie war das alles noch Sport und Liebhaberei. Irgendwie hat sich die Zeit gewandelt. Leider gibt es keine Fotos mehr. Bevor ich darin ersticke, habe ich in einem Anfall von Ichweißnichwas alle alten Negative entsorgt und die Originale waren total verblaßt, also habe ich alle Erinnerungen weggeschmissen. Vielleicht findet sich ja hier und da noch mal etwas an. LG Lewi

        Gefällt 2 Personen

      • Hallo Frau Lewi
        Wenn ich Ihren Kommentar so lese, komme ich richtigehend ins Schwärmen! Das mit der Liebhaberei sehe ich genauso, das Auto hatte früher noch einen anderen Stellenwert. Es wurde am Samstag morgen vor der Garage gewaschen und gepflegt. Oft standen vor Mehrfamilienhäusern diverse Alltagssportler wie Ascona, Granada, Capri, Golf GTI etc. mit Zusatzscheinwerfer, grossen Lautsprechern und breiten Felgen liebevoll veredelt und dem Munde abgespart.
        Falls Sie Ihre Erlebnisse niederschreiben und/oder noch Photos finden, wir wären alle sehr interessiert denke ich 🙂

        LG
        Marc Rudin

        Gefällt mir

      • Lieber Marc, ein paar Geschichten sind
        längst fällig – ich habe es andauernd vor mich hin geschoben, weil mir kein Thema einfiel und ich andauernd mit den Gedichten beschäftigt war. Aber jetzt, nachdem ich „angepiekt“ bin, erinnere ich mich an viele Erlebnisse und werde sie zu Papier bringen. Vielleicht habe ich es bisher auch nicht getan, weil es an Interessenten mangelte. Heute hat das Auto wirklich einen anderen Stellenwert. Genauso das Telefon, Rundfunk und Kino, einfach die
        gesamten Lebensumstände. Und wirkliche „Leidenschaften“, für die man persönliche Opfer bringt, sind ja auch aus der Mode. Also, Ihr findet dann die oder den Bericht unter SPLITTER in der Rubrik Geschichten. Jetzt bin ich nämlich wirklich „angepiekt.“ LG Lewi .

        Gefällt mir

      • Hallo Frau Lewi, da springt einem ja das Herz vor Freude wenn man ihre Zeilen liest. Ich kann mich meinem Vorredner nur anschliessen, dass Bilder und Erzählungen sehr gern willkommen sind.

        Gefällt mir

      • Mit den Bildern ist das so eine Sache. Ich habe schon mal gekramt – und im Augenblick geht alles ein bißchen drunter und drüber. Es muß erst Formen annehmen, und dann läuft alles wie geschmiert. Liebe Grüße, Lewi

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.