E-Mountainbike Trek Rail 7 – spannend oder ein Seniorenspielzeug?

Ein Velo (für die geschätzte Leserschaft aus dem grossen Kanton ein Fahrrad) war meist der erste grosse Stolz mit Rädern in der Karriere von uns Autofahrern, der erste vergnügliche Ausfahrten ermöglichte. Einige haben den Drahtesel mit Erwerb des ersten Autos in die Ecke gestellt, andere kombinierten beide Fahrzeugtypen oder kehrten später zurück zum Zweirad mit Muskelkraft. Eine seit einigen Jahren immer populärere Antriebsart ist der Hybrid, in der Veloszene erst als Hilfsantrieb für Senioren verschrien, gewann er schnell doch einiges an Akzeptanz. Ich wagte den Selbsttest und kaufte mir genau vor einem Jahr ein amerikanisches Trek Rail 7 mit deutschem Bosch-Antrieb.

Nach über 1500km im Sattel erlaube ich mir, im Autoblog ein paar Zeilen zu meinen Erfahrungen zu schreiben. Ich stieg von einem 2007er Trek Fully (voll gefedertem MTB) mit 26 Zoll Rädern auf dieses 29 Zoll grosse, drehmomentstarke „Amischiff“ um. In der Autowelt würde man den Vergleich wohl mit dem Suzuki LJ und dem Chevy Tahoe wählen. Wurzelbestückte Single Trails waren auf einmal beinahe komfortabel zu bewältigen, die grossen Räder und der viel grössere Federweg bringen einiges, dazu hat der Hersteller diese Serie „Rail“ genannt, da er das Fahrverhalten wie auf Schienen marketingtechnisch geschickt rüberbringen wollte. Ich muss zugeben, die Spurtreue ist grossartig. Gewöhnungsbedürftig für mich war allerdings am Anfang der breite Lenker, den muss man erstmal an allen Baumstämmen vorbeibringen. Der Boschantrieb „Performance Line CX“ überzeugt mit viel Kraft (85NM!) bei Bedarf.

Es stehen die Fahrmodi „Eco“, „Tour“, „E-MTB“ sowie „Turbo“ an. Auch wenn mich als Technikfreak der billige Begriff „Turbo“ im Zusammenhang mit einem E-Motor stört, man fliegt tatsächlich fast den Berg hoch damit. Im Modus „E-MTB“ erfolgt die Unterstützungsstufe automatisch, klappt erstaunlich gut.

Der 625Wh Akku überzeugt mit toller Reichweite, das Rail 5 bietet hier den normalen 500Wh Akku. Je nach Länge der Tour und dem persönlichen Fitnesslevel empfiehlt sich der Kauf eines zweiten Akkus. Wer vieles im Eco- und Tourmodus fährt, kommt aber mit dem 625er locker über 50km im Schweizer Hügelgelände.

Wie im Test des E-MTB-Magazines bemängle ich ebenfalls den relativ kleinen Verstellbereich der Sattelstütze. Die Verstellung während der Fahrt ist zwar toll, der Verstellbereich ist aber bei anderen Modellen grösser.

Bemängelt werden könnte, dass die Rail-Serie auf 25km/h beschränkt ist. Das ist tatsächlich auf Passagen, welche auf öffentlichen Strassen stattfinden, bedauerlich. Im Wald sind (in der CH) nur Fahrzeuge ohne Nummer, sprich bis max. 25km/h zugelassen. Eine Lösung mit 45er Freigabe, welcher sich per Schalter auf Waldwegen umschalten liesse auf 25km/h wäre meine Traumvariante.

Eine Farbkombination wie bei den Buicks der 80er Jahre 🙂

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