Alfista fährt zum ersten Mal Amerikaner!


Nach meiner Probefahrt im Alfa GT 1300 Junior bot ich dem Besitzer Robert Wagner eine Fahrt in meinem Firebird und meinem Valiant an. Hier berichtet er, was er als Fahrer zweier italienischer Oldtimer und eines neuen M BMWs beim erstmaligen Fahren amerikanischer Autos empfindet.

Fangen wir gleich mit dem 1967er Valiant an, einem Exemplar aus Schweizer Produktion. Als amerikanischer „compact“ schockiert er unseren Alfisti vielleicht nicht gleich so fest mit seinen Dimensionen und seiner guten Verarbeitung. Dank V8-Motor, Scheibenbremsen vorne und Bremskraftverstärker bringt er alles mit, um ein entspanntes und zügiges Cruisen zu ermöglichen. Aber lassen wir doch Robert selbst erzählen:

„Zeitlose Geradlinigkeit, die das Auto auch heute nicht „alt“ wirken lassen. Wenig Schnörkel und Zierrat erinnern mich an meinen GT Junior . Einladender, äusserst gemütlicher Innenraum – sehr angenehme Sitzposition, vermutlich gute Langstreckentauglichkeit. Alle notwendigen Instrumente sind vorhanden und intuitiv ablesbar. Erster Eindruck nach dem Losfahren: das soll ein „compact car“ sein? Trotz der sehr überschaubaren Abmessungen fühlt sich der Valiant für mich „gross“ an, teilweise kommt dies wohl von der langen Motorhaube, die von der Fahrerposition fast gänzlich einsehbar ist, teilweise wohl von der gefühllosen und leichtgängigen Lenkung. Zunächst fiel mir die Eingewöhnung etwas schwer, Alfa Lenkungen haben für die damalige Zeit eine sehr hohe Präzision, wodurch sich geringe Korrekturen am Lenkrad sehr unmittelbar umsetzen lassen – die Lenkkräfte sind beim Alfa durch die fehlende Servolenkung hoch. Nach einigen Kilometern im amerikanischen Cruiser war dann auch die Lenkung kein Problem mehr. Ich persönlich habe mich an die „City-Funktion“ moderner Fiat Modelle erinnert gefühlt, mit dem kleinen Finger lässt es sich ohne Anstrengung rangieren. Motor und Getriebe waren für mich die ideale Kombination für dieses Fahrzeug. Wer hätte gedacht, dass sich Autos bereits vor mehr als 50 Jahren so entspannt und komfortabel bewegen liessen.“

Nach diesen ersten Erfahrungen drücke ich Robert die Schlüssel meines 75er Firebird Formula 350 in die Hand. Ebenso ein Mauerblümchen in der Schweizer US-Szene, welche von Topmodellen dominiert wird. Aber vermutlich gerade deswegen ist der 350er Firebird wie der „kleine“ Valiant die ideale Besetzung um das durchschnittliche amerikanische Fahrzeug von damals zu erfahren. Beim Valiant mit der Einschränkung, dass die Schweizer Verarbeitung wohl deutlich über der Mopar-Fertigung in Amiland liegt. Der 5.7 Liter Motor mit dem 4bbl Vergaser zeigt das obere Mittelmass im damaligen Firebird-Angebot. Wie sich nach den 60er Jahren die 70er anfühlen im damaligen „Sportwagen“? Der Motor läuft kalt etwas rumpeliger als der brave 273-2 des Valiant, aber lassen wir doch wieder Robert erzählen:

„Eine absolute Designikone mit hohem „Coolness“-Faktor. Das lässige Design setzt sich im Innenraum fort – leicht störend wirken da nur einige Gesetzgebungen, die zur damaligen Zeit Einzug in den US-Automobilsektor fanden. Kaum ist der Schlüssel in das Zündschloss gesteckt, beginnen die verschiedensten Warnsignale ihr Lied zu singen. Wird zuest die offene Tür besungen, ist es danach der fehlende Gurt wenn die Fahrstufe „D“ eingelegt wird. Erst nachdem der Gurt im Gurtschloss steckt, herrscht Ruhe. Diese wird auch schnell wieder durch den anspringenden Motor und den fantastischen Auspuffsound durchbrochen, mit lauter und bass-lastiger Stimme rollt der Firebird los. An Unterhaltungen in der Tiefgarage ist beim Sound des kalten Motors nicht zu denken. Sofort wird klar, dass das Handling des Autos deutlich mehr dem europäischer Autos dieser Zeit entspricht. Die Lenkung reagiert flott und lässt eine gute Positionierung des Autos zu. Der Motor spricht direkt an, hat mehr als genug Leistung und jegliche Beschleunigung wird stets vom weithin geliebten amerikanischen „Auspuff-Gebrabbel“ begleitet. Besonders hervorzuheben für mich als Fahrer hauptsächlich italienischer und deutscher Auto ist die Bedienung des Fernlichts via linkem Fuss – ein sehr guter Ansatz.

Es war eine wirklich schöne und interessante Erfahrung, zum ersten Mal amerikanische Fahrzeuge der 60er und 70er Jahre bewegen zu dürfen.“

 

2 Gedanken zu “Alfista fährt zum ersten Mal Amerikaner!

  1. Erst heute zirpte ein Modell der lautlosen Zukunft an mir vorbei. Einfach kein Vergleich zum alles übertönenden Donnergrollen, welches ich zugegebenermaßen nur mit Gehörschutz ertragen kann. Aber ab und zu lieber das als immer das Gefühl gleich von einem dahinschleichenden Schwarm Wespen überrollt zu werden. Mal sehen ob mich der E-8-Sitzer demnächst doch noch begeistern kann.
    Ps: schöner Erfahrungsbericht 😊

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