Bis jetzt habe ich als Oldtimerfahrer auch über Neuwagen berichtet, diese habe ich jeweils über eine Pressestelle oder Garage ausgeliehen. Nun habe ich mich für einen eigenen Neuwagen entschieden und ich möchte Sie an meinen Erfahrungen teilhaben lassen. Es handelt sich um einen Ford Mustang der neuen Generation 7, welcher seit Mai unseren heimischen Fuhrpark erweitert. Hinzufügen muss ich, er kam mit gut 6000km zu mir, hat zwar noch Garantie aber die ersten Kilometer unter fremder Hand in Deutschland zurückgelegt. Im ersten Beitrag zu diesem Auto möchte ich ihn erstmal vorstellen und erste Eindrücke weitergeben, in weiteren Beiträgen werde ich laufend über die Erfahrungen berichten.
Was bewegt einen begeisterten Oldtimerfahrer eigentlich seinen 75er Pontiac Firebird zu verhökern für einen neuen Mustang? Vorallem wenn selbiger immer wieder stolz war, einen Firebird und keinen Massenmustang zu fahren. Die Gründe sind vielfältig. Zum Einen kam im Sommer oft der Alltags-Superb zum Einsatz aufgrund seiner Klimaanlage, zum Anderen war der Wunsch nach einem langstreckentauglichen, kräftigen und familientauglichen Spassmobil. Daher wurde der Oldtimerfuhrpark auf den 67er Valiant und den Mexikokäfer verkleinert. Ein Cabrio wurde es aus dem einfachen Grund, dass die Kopffreiheit hinten deutlich grösser ist als im Fastback. Dort schätze ich für die hinteren Plätze eine Maximalgrösse von 150cm, für Heranwachsende nur eine kurze Zeit noch brauchbar.
Der Mustang der 7. Generation hat Ähnlichkeiten mit der 6. Generation (2015-2023), allerdings wurde das Fahrwerk sowie der Motor gründlich überarbeitet. Im Innenraum fand eine deutliche Modernisierung statt, nun gibt es anstatt Armaturen zwei grosse Bildschirme. Der linke dient als Anzeige für Tacho und Drehzahlmesser, diese kann man sowohl modern haben als auch vom 67er bzw. vom Foxbody oder vom SVO Mustang aus den 00er Jahren. Der rechte bietet vor allem Unterhaltung und Navigation. Wahlweise via Ford-Navi oder übers Handy mit Google/Android Car Play, ebenso können diverse weitere Apps wie z.B. Spotify integriert werden. In einem speziellen „MyMustang“ Menu können bis zu 7 verschiedene Profile erstellt werden mit eigenen Innenraumbeleuchtungsfarben, unterschiedlichen Anzeigen und verschiedenen Klappenstellungen für Auspuffsounds von „Quiet“ über Normal bis Sport oder gar Track (welcher aber auf öffentlichen Strassen nicht erlaubt ist). Auch die Lenkung und wenn vorhanden die Federung (Magneride) können hier vordefiniert werden.
Foxbody Anzeige mit Bordcomputer
Standardanzeige mit Messdaten
Google Maps auf dem grossen rechten Bildschirm
Speziell die Front hat sich markant geändert zur Generation 6 welche bis 2023 produziert wurde. Spannenderweise ist Generation 7 noch fast nicht zu sehen auf unseren Strassen, während man Generation 6 täglich sieht. Wobei auch auffällt, dass noch einige Händler Generation 6 Fahrzeuge als Neuwagen an Lager haben. Was der Gedanke dahinter ist, ist mir schleierhaft.
Wer sich für Generation 7 interessiert, kann erstmal wählen zwischen Fastback und Cabriolet, erstes gibt es wahlweise auch als noch etwas stärkere „Dark Horse“ Variante. Der V8 ist in Europa gesetzt. Jedoch kann man sich entweder für ein 6-Gang Schaltgetriebe oder eine 10-Gang Automatik entscheiden. Der Rest sind noch Designdetails wie rote Bremssättel oder ein Bronze Paket. Mein Wagen verfügt „nur“ über die aufpreispflichtige Farbe „atlas blue“ (bereits nicht mehr erhältlich), rote Bremssättel sowie Automatik. Ich hoffe, dass ich noch jemanden mit einem Schaltwagen finde, um Ihnen die Unterschiede näher bringen zu können.
Das Automatikgetriebe fährt sich angenehm allerdings ist mit 10 Gängen bei einem Eingriff über die Wippen z.B. zum Abbremsen oft ein mehrmaliges Schalten nötig, bis ein deutlich kleinerer Gang drin ist. Dafür ist die Drehzahl dank vieler Gänge generell sehr tief und auch Dank des drehmomentstarken Motors nur selten über 3000 U/min im Alltagsverkehr. Natürlich ist der Mustang selbst als Cabrio in gewisser Weise ein Sportwagen und es macht richtig Spass ihn auch mal höher zu drehen.
Für mich persönlich ist es aber in erster Linie ein Cruiser, der schnell sein kann aber nicht muss. Tatsächlich ist das Pony eines der wenigen neuen Autos, die auch in der 30er Zone Spass machen.
Unterschied offen…
…und geschlossen
Bevor die Wahl endgültig auf den neuen Mustang gefallen ist, habe ich mir auch den Camaro und den Challenger angesehen. Beides auch sehr interessante Autos, über den Camaro ZL-1 folgt hier noch ein Bericht in nächster Zeit. Für mich persönlich war der Camaro innen aber zu eng und dunkel. Der Challenger hingegen zu breit für Schweizer Strassen, daher fiel die Wahl auf den zierlichen aber innen hellen Mustang. Hier zu sehen in einer Einzelgarage aus den 70er Jahren, er passt problemlos in solche Normgaragen.
Zwei Vergleiche zum Challenger:
Der hier gezeigte Farbtupfer in Form eines neuen Peugeot 208 GT wird ebenfalls in Kürze hier vorgestellt.
In der nächsten Folge gehe ich auf den Verbrauch ein, bis dahin habe ich ein aussagekräftigeres Resultat. Ebenso werde ich mit brauchbareren Fotos der vielen digitalen Möglichkeiten der beiden Bildschirme aufwarten. Gerne gehe ich auch auf Leserfragen oder gewünschte Themen ein, ich freue mich auf allfällige Kommentare!














