Mit dem Käfer in die Vogesen – ein Reisetipp

Was macht man, wenn ein E-MTB Wochenende in den Bergen aufgrund von Regen ins Wasser fällt? Man sucht sich Alternativen und erinnert sich, dass doch die Vogesen früher mit dem Urquattro Spass machten. Viel weniger Rentner mit Einfamilienhäuser am Hacken und viel weniger lebensmüde Motorradfahrer als im Schwarzwald, dafür schöne Industrieruinen und viel Landschaft und feines Essen. Da der Käfer erst seit Januar diesen Jahres bei mir ist, durfte er noch nie mit mir ins Ausland. Da bietet es sich doch an, ihn gleich mal auf Herz und Nieren zu testen, nachdem die Ventile und das Gemisch eingestellt worden sind.

Der Start in Aadorf erfolgte bei starkem Regen. Zum Glück ist er wettertauglich, das gilt sowohl für die Dichtheit als auch für die Leistung von Licht und Scheibenwischer.

Auch wenn der KdF-Wagen mal für die Reichsautobahn gebaut wurde, heute hat er ein Dauerabonnement für die rechte Spur und man kommt sich zwischen den wildgewordenen SUVs etwas verletzlich vor.

Erster Stop war in Mühlhausen in der Collection Schlumpf, ein Museum der Gebrüder Schlumpf welche früher Autos der elsässischen Marke Bugatti sammelten. Mittlerweile ist das Spektrum aber viel weiter gesteckt und ein Besuch in der alten Industriehalle für alle Autofans lohnenswert.

Der Parkplatz ist französisch, aufgrund der Wetterlage sucht man sich einen Weg durch die Pfützen

Dieser Strand-500er steht in der Sonderausstellung über das Fürstentum Monaco, er stammt aus der fürstlichen Familie.

Ein französischer Rennklassiker, der Renault Alpine „Alpinn, nicht älpain“ 🙂

Das wäre genau mein Ro80, orange und voll ausgestattet inkl. hinterer Kopfstützen.

Ein R5 Turbo2, ein sehr kompakter Traumwagen, natürlich mit gelben Nebelscheinwerfern.

Citroëns Meisterstücke, SM und DS, einen SM sahen wir danach noch durch Mulhouse fahren.

Peugeot 404, die gehobene französische Mittelklasse der 60er und 70er Jahre und zumindest als Diesel Nordafrikas Taxi der 80er und 90er Jahre.

Das ist laut Beschrieb der allerletzte je produzierte Döschwo.

Eine „pause à la française“ mit Orangina am Strassenrand.

Eigentlich liegt es mir fern, Werbung für irgendwelche Detailhändler zu machen. Wer aber den american way of life schätzt, wird sich in Frankreich in einem Leclerc oder Süpär Ü wohlfühlen.

Es geht langsam Richtung Hügel, Ausblick auf Thanay.

Im Hotel angekommen erfreut uns gleich der hier anwesende R4 „Clan“ der Hoteliersfamilie. Das Hotel Les Chatelminés ist aber auch abgesehen vom R4 empfehlenswert. Klar es liegt direkt an der Strasse aber das kommt Oldtimerfahrern ja entgegen. Die Küche ist ausgezeichnet und die Bierkarte reichhaltig mit französischen Spezialitäten ausgestattet.

Man soll ja nicht nur dem Auto Auslauf gönnen sondern auch der Besatzung. In diesem Sinne haben wir noch eine Wanderung zum Lac des Corbeaux unternommen. Die Schnecken sehen im Ausland einfach anders aus, ob das Tarnung ist damit sie nicht gefressen werden? 🙂

Das Picon-Bière ist im Osten Frankreichs eine Empfehlung, die Mischung zwischen Picon-Apéritif und Bier mundet.

Am nächsten Morgen wagen wir eine grössere Runde auf den Markstein und den Grand Ballon (grosser Belchen). Diese Gegend ist sowohl  zum „Oldtimer-Wandern“ als auch wirklich zum Wandern empfehlenswert.

Passhöhe geschafft! 🙂

Ausblick Richtung Rheintal und dahinter ziemlich im Dunst wäre der Schwarzwald.

Der Autor mit topmodischen 3/4 Hosen.

Das erste Treffen besuchten wir in Cernay, es handelte sich um ein kleines Parkplatz-Treffen bei einem Renault-Händler. Was fällt auf? Die Elsässer sind sehr gesprächig, man ist im Nu aufgenommen. Sympa! Die Bandbreite der Oldtimer ist breit, sowohl betreffend Herkunft als auch betreffend Zustand.

Wie direkt aus dem Feld, der Besitzer zeigte uns aber den frisch überholten M110-Motor.

Wenn man Amerikaner in Frankreich sieht, ist der Zustand aber überraschend sehr gut.

Klassiker der linken Spur in den 80er Jahren; Alfetta GTV und Peugeot 405 MI16

R14, wann haben sie den letzten gesehen? Speziell wie der Ritmo, nur passen bei dem meines Erachtens die Proportionen viel besser.

Dass ich den 404 mag, habe ich in diesem Blog ja schon öfters mitgeteilt…

Das zweite Treffen das „5e Fête de la Bienne“ fand in Petit-Landau statt. Es bot einen spannenden Teilemarkt (ich besitze nun einen offiziellen Wegweiser „Gare SNCF“…), gratis Bilder des eigenen Autos sowie eine top Verköstigung der lokalen Spezialität Flammenkuchen.

Wir hatten definitiv nicht den einzigen Käfer dabei, ich staune wie beliebt er auch links des Rheins ist.

Transportfahrzeug eines Teilehändlers, R4 Fourgonette

Au us Baasl sind sie gho.

Der schaut aus als hätte ihn die Résistance schon gebraucht, tolle Patina!

Mit diesem Diplo sei Gerald Ford in den 70ern durch Bonn chauffiert worden.

Hier eine tolle Fotoaktion des veranstaltenden Clubs „Fous de Pistons

Fazit; auch 44 PS reichen für eine tolle Zeit in den Vogesen!

4 Gedanken zu “Mit dem Käfer in die Vogesen – ein Reisetipp

  1. Toller Reisebericht mit vielen Oldtimereindrüchen. Fluffig geschrieben und zeugt von echter Leidenschaft zu alten Vehikeln. Danke Marc

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