Sicherheit in alten Autos erhöhen – von 2 auf 3-Punktgurt „upgraden“

Die Amerikaner dürfen im Bereich Sicherheitsgurten neben den Schweden sicher als Pioniere gelten. Fast 10 Jahre vor den europäischen Herstellern rüsteten die Amis ihre Autos auch hinten mit Gurten aus. Klar, es waren nur Zweipunkt-Gurte, aber besser als nichts war es allemal. Wir reden hier von der Zeit, als das „beste Auto der Welt“ noch serienmässig ohne vordere Kopfstützen verkauft wurde. Nun ist aber auch Fakt, dass Dreipunkt-Gurte besser schützen. Was tut man nun mit immer grösser werdenden Kindern im alten Auto? Das Objekt ist ein 67er Plymouth Valiant welcher im Sommer als Alltagsauto dient.

Während ich die davor verwendeten Kindersitze noch mit Spanngurten zusätzlich festmachte, waren mit dem Erreichen der 15kg-Grenze nun neue Ideen gefragt. Das Risiko von Zweipunkt-Gurten ist laut amerikanischen Studien der 80er Jahre, dass je nach Aufprall die angegurtete Person unten herausrutschen könnte, oder sich Beckenbrüche zuziehen kann, welche mit einem Dreipunktgurt eventuell hätten vermieden werden können. Ich nehme an, dass diese medizinischen Studien Detroit dann endlich dazu brachten, Ende der 80er auch hinten Dreipunktgurte zu verbauen. Meine Idee mit einem Traktorengurt einfach noch diagonal zusätzlich zu sichern hat sich als nicht praktikabel erwiesen. Der Grund war die Gurtpeitsche, welche an einer Stahlplatte befestigt ist. Diese kann ich zwar gut unten an der originalen Befestigung anschrauben, kann so aber die Rückbank nicht mehr montieren. Als Alternative habe ich den mittleren Beckengurt ausgebaut und das kurze Teil unten in der originalen Befestigung wieder montiert, aber mit Ausrichtung nach oben. Dann habe ich an der Verstärkungstrebe hinter den Sitzen das längere, verstellbare Gurtteil befestigt. Nun kann man sich (mit dem Aufwand 2 Gurtschnallen zu bedienen) einigermassen sicher angurten. Die Montage hat mit Töchterchen sogar noch Spass gemacht.

Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie Sie die Sicherheit im vernünftigen Aufwand erhöhen können? Gerne würde ich hier auch weitere Lösungen vorstellen.

Zum Thema Kindersicherheit im Auto ist mir klar, dass viele sicherheitsbewusste Eltern ihre Kinder am liebsten fast bis zur Volljährigkeit rückwärts fahren lassen. 😉 Das war für uns aber nie ein Thema, da wir lieber mit den Kindern aktiv kommunizieren im Auto und die Fahrt auch gemeinsam geniessen möchten.

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3 Gedanken zu “Sicherheit in alten Autos erhöhen – von 2 auf 3-Punktgurt „upgraden“

  1. Im Babyalter ist das Rückwärtssitzen aus zwei Gründen sinnvoll: die Belastung im Fall eines Frontalcrashes kann durch das instabile Körperchen besser verteilt werden. Crash-Tests zeigen das gut auf. Zweitens sieht dich Baby, wenn es vorne mitfahren darf (bei deaktiviertem Airbag). Es fühlt sich dann nicht so alleine. Wie du als Fahrer damit umgehst, ist eine andere Sache…

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  2. .. wir kommunizieren mit den Kindern – während sie Rückwärts fahren – das geht! 😉 Ach wie vermisse ich die Zeit als wir noch Kind einfach unangeschnallt in der Mitte zwischen den zwei Sitzen lümmeln konnten. DA gab es echte Kommunikation. Was die wohl in 50 Jahren vom Reboardern erzählen werden, wenn sie in ihrem Oldtimer Jahrgang 2020 (händeringend ein altes Kindersitzmodell zum Rückwärtsfahren suchend) fahren. So unsicher und so prähistorisch kommunikativ! Warum sind die nicht damals schon auf die Idee gekommen in Gelee zu reisen und mit der Telepathie. Viel angenehmeres Reisen heute 😁

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    • Danke Hupe für Deinen Kommentar, bei uns ist das reboarden nach Abgeben des Maxi-Cosis total out, daher fehlt mir auch die Erfahrung.

      Ja Du sagst es, lange ist es her, da merkt man wie wir alt(er) werden.

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