Tour de France – Teil 2: von Montluçon entlang der Loire an die Atlantikküste

In Montluçon verbrachten wir einige Tage bei meinen Verwandten und genossen die Auvergne. Nach einem unverhofften Abstecher in den Süden führte die Route durch das Loire-Tal Richtung Atlantik.

Tour de France

 

Nach doch bereits etlichen Kilometern haben wir uns in der Auvergne etwas mehr Zeit gelassen. Das passt auch ganz gut in die Region – das Leben ist dort durchaus gelassener als an anderen Orten in Frankreich.

Tour de France

Neben Montluçon liegt das kleine Städtchen Huriel. Hier steht eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert.

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Obwohl die Kirche katholisch ist, kommt sie mit vergleichbar wenig Kitsch & Prunk aus. Dadurch strahlt sie eine enorme Ruhe aus.

Ein Spaziergang über eine der vielen „Vides-Greniers“ (Dachboden leeren) in der Region kann ich sehr empfehlen. Es gibt viel Kurioses und Spannendes zu entdecken.

Tour de France

Theoretisch sollte unsere Reise nun weiter Richtung Nordwesten gehen… Da aber meine drei Begleiter alle noch nie in der Region Puy-de-Dôme waren, nahmen wir die Schlaufe von rund 200 Kilometern in Kauf. Schliesslich ist bei einem Roadtrip von vier Wochen der Weg das Ziel.

Tour de France

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Auf dem Weg nach Clermont-Ferrand kamen wir am höchsten Bahn-Viadukt Frankreichs vorbei. Das Viaduc des Fades wurde von 1901-1909 gebaut. Als Teenager hatte ich das Vergnügen mit einer Diesel-Lok-Komposition darüber zu fahren. Heute ist es leider für den Bahnverkehr gesperrt.Tour de France

Da die Fachwerkbrücke als historisches Monument gilt, werden die nötigsten Unterhaltsarbeiten noch immer durchgeführt.Tour de France

Vom Puy-de-Dôme sieht man über die ganze Region und Clermont-Ferrand. Beachten Sie die schwarze Kirche in der Stadtmitte – diese ist aus Vulkan-Gestein gebaut.

Tour de FranceTour de France

Am Fusse des Berges trafen wir noch auf eines meiner Lieblingsautos. Ich stelle mir nun gerade diese beiden in meiner Garage vor. Ob ich wohl mit Lotto spielen beginnen sollte?Tour de France

Die Kirche von Clermont-Ferrand haben wir uns dann noch näher angesehen. Die Architektur ist das pure Gegenteil der vorher erwähnten romanischen Kirche in Huriel.Tour de FranceTour de France

Am nächsten Tag fuhren wir zum ersten Mal während der Reise auf der Autobahn in Richtung Nordwesten nach Blois ins Loire-Tal.Tour de France

Schiefergrau, ziegelrot und beige trifft man fast überall im Loire-Tal an.Tour de France

Grün sieht man aber auch ab und zu.Tour de France

Oder sogar Drachen, die manchmal aus dem Maison de la Magie schauen.Tour de France

Falls Sie einmal zum Sommeranfang in Frankreich sein sollten, schauen Sie, dass Sie in einem grösseren Ort sind. Die Franzosen feiern am 21. Juni die Fête de la Musique. Das heisst, dass es überall gratis Strassenkonzerte gibt.Tour de France

Wenn man wollte, könnte man im Loire-Tal tagelang durch die Hallen und Gärten der Schlösser wandeln. Wir haben uns dafür entschieden, nur zwei zu besichtigen, da der Aufenthalt in Montluçon und der Abstecher nach Clermont-Ferrand doch etwas länger ausgefallen sind.

Zuerst besuchten wir das grösste überhaupt: Das Schloss Chambord. Es ist kaum möglich, das gesamte Schloss auf ein Bild zu bringen. Es sei denn, man hat eine Drohne oder einen Helikopter.Tour de FranceTour de France

Bemerkenswert ist die doppelläufige Wendeltreppe im Zentrum des Schlosses.Tour de France

Sternvoran fuhren wir am Mittag über D-Strassen weiter zum Schloss Chenonceau.Tour de FranceTour de France

Etwas kleiner als das Schloss am Morgen, für meinen Geschmack aber umso spannender.Tour de FranceRichtig, das Schloss steht auf dem Fluss Cher. Die Küche befindet sich zwischen zwei Pfeilern und besitzt eine eigene Bootsanlegestelle. Alle Geräte in der Küche wurden mit Wasserkraft betrieben.

Einer der Gärten des Schlosses Chenonceau ist ebenfalls von Wasser umgeben.Tour de France

Die Fahrt geht weiter. Das Reissen nach dem Meer überkommt uns immer mehr. Schliesslich war heute der erste richtig schöne und heisse Tag unserer Reise.

Tour de France

Unterwegs sahen wir diese Heckflosse am Strassenrand. Natürlich mussten wir anhalten um sie zu fotografieren. Es dauerte keine 30 Sekunden und der Besitzer kam aus seinem Haus. Ihn interessierte aber überhaupt nicht, dass wir die Heckflosse bewunderten. Stattdessen stürzte er sich förmlich auf Moby Dick. So einen gepflegten Oldtimer bekomme man in Frankreich nicht häufig zu Gesicht. Als ich dann die Motorhaube geöffnet hatte, war es um den Monsieur geschehen; so einen sauberen Motorraum habe er schon lange nicht mehr gesehen.

Kurz nach dieser schöner Begegnung folgte der französische Moment Nummer 21:Tour de France

Ja, die Schranke ist unten. Nein, der Lieferwagen steckt nicht fest. Die Schranke war einfach seit 15 Minuten geschlossen. Ok, es war ca. 17 Uhr – der Pastis im Bistro rief wohl den Namen des Fahrers. 😉 Die Dame an der SOS-Säule nimmt es gelassener und informiert die SNCF über den kaputten Bahnübergang. Jetzt ist mir auch klar, warum es in Frankreich bei Bahnübergängen immer eine Notrufsäule hat. Wann die Schranke wieder öffnete, entzieht sich meinem Wissen. Wir haben uns kurz nach dieser Szene für eine andere Strecke entschieden und suchten eine letzte Übernachtungsmöglichkeit vor der Westküste.

Saint-Nazaire war der erste Ort am Atlantik, den wir erreichten.Tour de France

Die Stadt hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Während des 2. Weltkrieges wurde durch die deutsche Kriegsmarine ein U-Boot-Bunker in gewaltigen Ausmass gebaut. Die Decken sind bis zu 5 (!) Meter dick.Tour de FranceTour de France

Ebbe und Flut bedingten auch eine Bunker-Schleuse.Tour de France

Durch die Bombenangriffe der Alliierten standen nach Kriegsende nur noch rund 90% der Stadt und die Bunker. Die Stadt wurde durch US-amerikanische Einflüsse im Schachbrett-Muster wiederaufgebaut.

Lesen Sie bald den dritten Teil. Er beginnt mit der Fahrt auf der 3,3km langen Pont de Saint-Nazaire über die Loire-Mündung.Tour de France

4 Gedanken zu “Tour de France – Teil 2: von Montluçon entlang der Loire an die Atlantikküste

    • Auf jeden Fall!
      Lustig finde ich ja, dass zuerst eine Bahnlinie auf den Puy-de-Dôme gebaut wurde. In den 50ern wurde sie dann abgerissen und auf dem Trassee eine Strasse gebaut. Vor einigen Jahren wurde dann aber wieder eine Bahnlinie gebaut. Das Rauffahren ist aber auf jeden Fall toll, da man ja einmal rund um den Berg fährt. Genau so habe ich als Kind im Sand Strassen gebaut 😉

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  1. Pingback: Tour de France – Teil 1: vom Jura nach Montluçon | autosleben

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