Wie ich zum W123 kam

In meinem ersten Beitrag möchte ich Ihnen erläutern, wie ich zum Mercedes-Benz W123 gekommen bin.

1981_250T

Dieser 2.-Serien-W123 250T von 1981 war die Familienkutsche auf dessen Rückbank – meistens in der Mitte halb zwischen den Vordersitzen hängend – ich meine Kindheit verbracht habe.

Ja, mein Grossvater war damals wirklich äusserst mutig einen durstigen 250T zu kaufen. Ich finde aber, dass das ziemlich ins Bild passt – man kann ja als Schweizer nicht den grössten Motor wählen und muss dezent bleiben 😉

Der Wagen wurde zuerst ein Jahr von einem Versicherungsvertreter im Aargau gefahren. Danach fand er den Weg in den Oberaargau. Mein Grossvater hatte etwa ein Jahr eine riesen Freude daran. Dann kaufte er sich den nächsten Wagen – zu seinen Autos später mehr. Danach wurde er durch meine Grossmutter und später durch meine Mutter und den ganzen Rest der Familie gefahren.

Das nächste Bild zeigt den Knaus Südwind und den Benz in Südfrankreich, 1990. Das Kleinkind unter dem Marlboro-Schirm bin ich.

1990_MB250T

Was hatte er an Extras? Eigentlich nur das, was damals Serie war. Immerhin aber MB-Tex in Dattel, Colorglas und ein Radio. Die Kombination im oberen Foto hats von Frankreich nach Hause mal auf einen Verbrauch von 25L/100km geschafft.

Der Wagen wurde (leider) einfach als Alltagsauto geverbraucht. Es wurden nur die nötigsten Wartungen durchegührt. 1999 war es dann so weit, dass die Rostlöcher beim Waschen immer grösser wurden und meine lieben Verwandten den Sinn nicht sahen den versoffenen 18-jährigen Wagen zu retten. Er wurde für einen Fünfziger in den Export gegeben. Dann war mir klar, dass ich definitiv mal einen W123 fahren will.

Dann kam 2013 Gottlieb.

kauf_gottlieb

Er ist ein 1.Serien-W123 280E aus 1977 mit damals 139’000km auf der Uhr. Mein Vater hat dadurch, dass er früher Mech war, viele Kontakte und vermittelte mir so Gottlieb. Ja, er hatte Patina und ja, er hatte Rost. Aber ich setzte mich rein und hatte sofort dieses sichere, wohlige Gefühl im moosgrünen Interieur, welches ich aus meiner Kindheit kannte. T-Modelle liefen mir zu dieser Zeit nur runtergeritten oder vollkommen überteuert über den Weg. Es durfte also sehr gerne eine Limo sein.

Nach dem Kauf kam er erstmal zu Mercedes Benz Schlieren (Oldtimerabteilung) um inspiziert zu werden.

inspektionDas Fazit war – wie erwartet – sehr positiv: Fahrwerk und Motor in gutem Zustand. Flüssigkeiten wechseln, Ventile einstellen und Abfahrt!

Spezielle Ausstattung? Nein – Servolenkung, rechter Aussenspiegel, Colorglas, Heckscheibenheizung und Radio sind alles und reichen.

unlackiert

Später erzähle ich Ihnen gerne mehr zu den Reisen mit Gottlieb, der neuen Lackierung und wie ich dann doch noch ein passendes T-Modell fand (oder Moby Dick mich? 😉 ).

 

4 Gedanken zu “Wie ich zum W123 kam

  1. Ich erlebe immer wieder wie faszienierend und prägend die Kindheit auf der Rückbank eines 123 gewesen sein muss. Fast jeder, der heute für diese Autos schwärmt, hatte ähnliche Kindheitserlebnisse. 🙂

    Die Farbkombination finde ich klasse. Heutzutage würde wohl ein „nicht empfehlenswert“ im Prospekt für Interieur „moosgrün“ und Extrerieur braun Metallic stehen.

    Gefällt 2 Personen

    • Ich fühlte mich schon als Kind wohler im W123 als in anderen Autos meiner Verwandtschaft. Ein W123 strahlt für mich einfach Zuverlässigkeit, Sicherheit und Dauerhaftigkeit (man spricht nicht über Rost 😉 ) aus.

      Und wegen der Farbe: Ikonengold, nicht braun, bitte 😉

      Gefällt mir

      • Sorry natürlich wegen der Farbe. Normalerweise erkenne ich die Daimler-Farbpalette der 80er fast blind. 😉 Und ich war mir wirklich nicht sicher. Es lag bestimmt an den Aufnahmen… Ikonengold ist natürlich nur schwer zu toppen. *daumenhoch*

        Gefällt 1 Person

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